Amalgam-Informationen

Schulmedizin und alternative Medizin

Das Geheimnis der Medizin besteht darin, den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft.
Voltaire
 

Gesundheit ist gemäß der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit.

Schulmedizin ist ein Sammelbegriff für "wissenschaftlich" erforschte und erprobte Methoden, an denen sich die staatliche Gesundheitspolitik orientiert, die in der ärztlichen Ausbildung gelehrt und von den Krankenkassen bezahlt werden. Der Nachweis der Eignung diagnostischer oder therapeutischer Methoden wird im besten Fall ("Goldstandard") durch randomisierte Doppelblindstudien geführt. Maßgebend ist der statistische Zusammen­hang bei einer großen Zahl von Fällen. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse (aus Biologie und Chemie) haben in der Schulmedizin nur geringe Bedeutung und werden bei chronischer Giftbelastung missachtet.

Die Schulmedizin bezeichnet sich selbst als die "wissenschaftliche Medizin" und will sich damit gegenüber den alternativ-medizinischen Richtungen abgrenzen. Seit den 1990er Jahren wurde ergänzend der Begriff der evidenzbasierten Medizin (englisch "Evidence based Medicine", EbM) entwickelt. Auch hier haben randomisierte, kontrollierte Studien (RCTs) die größte Bedeutung.

Probleme von Statistikstudien, z.B. randomisierten Doppelblindstudien, in der Schulmedizin:

  • Einzelfälle spielen keine Rolle.
    Beispiel: die erfolgreiche Heilung einer zuvor als unheilbar geltenden Krankheit bewirkt nicht, dass man die Hintergründe der "Wunderheilung" wissenschaftlich untersuchen will, sondern die Heilung wird als "anekdotisch" abgetan.
  • Statistikstudien sind nicht reproduzierbar.
    Wenn das Ergebnis einer Studie vorliegt, kann ein anderer Forscher nicht in einer 2. Studie, bei Beachtung der in der 1. Studie beschriebenen Rahmenbedingungen, zum selben Ergebnis wie die 1. Studie kommen, weil an der 2. Studie nicht dieselben Versuchspersonen wie in der 1. Studie teilnehmen. Deshalb vertraut man Studienergebnissen erst dann, wenn die Mehrheit ähnlicher Studien zum selben Ergebnis kommt. Auch diese "Mehrheitsentscheidung" ist natürlich fehlerhaft, wenn in allen Studien - ggf. dieselben - Fehler gemacht werden.
  • Missachtung wissenschaftlich anerkannter Fakten
    Statistikstudien werden in der Schulmedizin auch dann als wissenschaftlich wertvoll anerkannt, wenn sie grundlegende, wissenschaftlich anerkannte Zusammenhänge missachten und durch ein falsches Studiendesign unsinnige Schlüsse ermöglichen.
    Beispiel: in vielen Amalgam-Studien wird die Toxikologie von Quecksilber missachtet. Aus den quecksilber­belasteten Patientengruppen werden Personen mit Symptomen chronischer Quecksilbervergiftung ausge­schlossen und in die quecksilberfreien Kontrollgruppen werden quecksilberbelastete Patienten aufgenommen. Es wird keine geeignete Methode beschrieben, mit der die Quecksilberbelastung - etwa im Gehirn - gemes­sen werden könnte. Folglich bestreiten die Amalgam-Befürworter generell eine neurotoxische Wirkung, obwohl diese für Quecksilber gesichert ist.
  • Aus einem statistischen Zusammenhang zwischen 2 Ereignissen kann nicht geschlossen werden, was Ursache und was Wirkung ist. Wenn dann kein kausaler Nachweis erbracht wird und statistische Ergebnisse falsch oder zu weitgehend interpretiert werden, wird die Schulmedizin anfällig für Spekulationen, die fälschlicherweise als wissenschaftlich gesichert gelten.

    Beispiele für die spekulative Interpretation statistischer Daten:

    • Bei Männern wurde ein statistischer Zusammenhang zwischen Intelligenz und Spermienqualität festgestellt. Daraufhin wurde spekuliert, das Eine (Spermienqualität) könne vom Anderen (Intelligenz) abhängen. Niemand kam auf die Idee, beides könne eine gemeinsame Ursache (chronische Vergiftung) haben.
    • Eine Studie des Helmholtz-Zentrums München ergab, dass Kinder, die während ihrer ersten beiden Lebensjahre an einer Neurodermitis litten, im Alter von zehn Jahren häufiger psychische Auffälligkeiten, v.a. emotionale Probleme, zeigen als Gleichaltrige. Zudem sei bekannt, dass Kinder, die unter einer Neurodermitis leiden, eine erhöhte Veranlagung für Heuschnupfen und allergisches Asthma haben. Daraufhin wird als kausaler Zusammenhang vermutet, "dass sich vor allem die Folgebeschwerden [der Neurodermitis] langfristig auf das Gefühlsleben der betroffenen Kinder auswirken". Hätten die Forscher sich etwas mehr mit Umweltgiften beschäftigt, kämen sie schnell auf den Gedanken, dass alle genannten Symptome, auch die psychischen, auf Quecksilber oder andere Umweltgifte zurückgeführt werden können.
  • Eigenartigerweise werden keine Doppelblindstudien für Impfstoffe durchgeführt. Dennoch wird behauptet, sie seien sicher und wirksam.
Aluminium und das PEI

Ein schönes Beispiel für den Umgang der Schulmedizin mit Giften liefert Bert Ehgart­ner in Gesund ohne Aluminium (Seite 92). Er berichtet über die Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zu einer Studie, in der die Neurotoxizität von Aluminium ermittelt wurde. In der Studie wurden 2 Gruppen von Babies verglichen: der einen wurde das Gift gegeben, der anderen nicht.

Das PEI erläutert dazu: Die Autoren der Publikation im Bundesgesundheitsblatt bestreiten nicht, dass Aluminium im Blut ab bestimmten Konzentrationen neurotoxisch ist. Dies gehört jedoch zum Lehrbuchwissen, muss also nicht explizit erwähnt werden. In Bezug auf eine mögliche Belastung durch Impfungen war den Autoren jedoch insbesondere der Hinweis aus der Studie wichtig, dass sogar kurzzeitig stark erhöhte Aluminiumblutspiegel in Säuglingen nicht zu drastischen neurologischen Störungen führen.

Ehgartners Kommentar: Soweit also die Haltung des Paul-Ehrlich-Instituts. Dass Aluminium toxisch ist, wisse schließlich jeder, also brauche man das nicht eigens anzuführen. Wenn es jedoch den kleinsten Hinweis gibt, dass Aluminium ungefährlich ist, dann gehört das in eine ordentliche Behördenstellungnahme. Auch wenn es sich dabei nur um den ersten Satz der Studien­resultate handelt und alle anderen Resultate höchst bedrohlich klingen.
Allgemein gilt: in der Schulmedizin wird chronische Vergiftung als mögliche Ursache von chronischen Krankheiten nicht zur Kenntnis genommen.

Kritik an der "Evidence based Medicine"

Wenn Schulmediziner sich mit Alternativmedizin auseinander­setzen, äußern sie gerne Skepsis und sähen Zweifel. Das klingt unverdächtig, denn man soll natürlich nicht alles glau­ben, was einem so erzählt wird. Das gilt vor allem für Wissen­schaftler. Bei näherem Hinsehen erweist sich diese Skepsis aber lediglich als zweifelhafte Taktik, denn die "Skeptiker"

  • beanspruchen für sich, im Besitz der Wahrheit zu sein, und schmähen ihre Diskussionsgegner,
  • akzeptieren grundsätzlich ‒ ohne jede Skepsis ‒ Impfun­gen, Mammografien und chemische Pharma-Produkte,
  • glauben, dass alle Impfstoffe sicher und wirksam sind, auch die ungetesteten,
  • glauben, dass alle Menschen geimpft werden sollten, auch gegen ihren Willen,
  • glauben, dass Menschen aller Altersgruppen chemisch-pharmazeutische Medikamente in beliebiger Menge ver­tragen, einschließlich Chemotherapeutika, Antidepressiva, Blutdruckmittel, Diabetesmittel und Schlafmittel,
  • lehnen Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine, Mineralien) und Kräutermedizin ab.

Die "Skeptiker" haben im Internet-Lexikon Wikipedia eine starke Position. Wenn Zulassungsbehörden über die (weitere) Zulassung von Pharmazeutika oder Umweltgiften zu befinden haben, ist Skepsis gegenüber kritischen Studien die entscheidende Taktik der Hersteller, um eine vorläufige Zulassung zu erreichen oder eine bestehende Zulassung zu verlängern.

Der Anspruch der Schulmedizin, eine naturwissen­schaftliche Grundlage zu haben, wird für den hier diskutierten Bereich (Umweltmedizin, chronische Erkrankungen, Schwer­metalle) nicht erfüllt, da die fachlichen Aussagen auf Dogmen und Macht­positionen beruhen; naturwissenschaftliche Grundlagen werden ignoriert. Dadurch stösst der schulmedizinisch denkende Arzt bei chronischen Erkrankungen schnell an die Grenze seiner Möglichkeiten. Wie er in dieser Situation mit einem Patienten umgeht, der sich mit dem üblichen Man weiß es nicht nicht zufrieden gibt, wird in der Leitlinie "Nicht-spezifische, funktionelle und somatoforme Körperbeschwerden, Umgang mit Patienten" bis hin zur Psychiatrisierung erläutert.

Zur Definition, was in der Schulmedizin als wissenschaftlich gilt, tragen leider auch Professoren- bzw. Gutachtermeinungen bei, die von interessierter Seite, vor allem von der pharmazeutischen Industrie und von Amalgamherstellern, finanziert wurden.

Ganzheitliche, naturheilkundliche und Umwelt-Medizin werden überwiegend im Rahmen der alternativen Medizin bzw. komplementären Medizin praktiziert. Ärzte nehmen nur sehr vorsichtig Eingriffe in den Körper vor, da ihnen bewußt ist, daß jeder Eingriff an anderer Stelle Folgewirkungen haben kann, auch wenn sie zunächst nicht bemerkt werden. Manchmal werden Methoden angewen­det und Medika­mente verordnet, für die bisher kein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis erbracht wurde. Es kann aber auch sein, dass eine positive Wirkung offensichtlich eintritt, nur der wissenschaftliche Wirkungsnachweis noch nicht erbracht wurde. Das könnte auch an gezielter Behinderung naturheilkundlicher Produkte liegen:

  • Die notwendige Forschung wird materiell zu wenig gefördert.
  • Die Forschung wird gezielt behindert wird. Mögliche Gründe:
    • Die Pharma-Industrie sieht in naturheilkundlichen Präparaten nur geringe Gewinnchancen, etwa wegen geringerem Patentschutz,
    • Würde die Pharma-Industrie ein neues Produkt auf der Basis natürlicher Wirkstoffe entwickeln, dann würde der preiswerte Wirkstoff den Verkauf der teuren, patentgeschützten Pharma-Produkte erschweren.

    Folge: naturheilkundliche Präparate bedrohen das Geschäftsmodell der Pharma-Industrie. Völlig anders sieht es aus, wenn der natürliche Wirkstoff patentierbar ist. Hier besteht ein großes Interesse der Pharma-Industrie an der Entwicklung neuer Produkte.

Gesundheitsbehörden und Pharma-Industrie arbeiten hier eng zusammen.

 

Umweltgifte: kein Interesse

In der Schulmedizin gibt es keine Methode, um ein Umweltgift wie Quecksilber als Ursache einer Erkrankung zu erkennen. Das gilt für die Forschung wie für den behandelnden Arzt. Deshalb gibt es auch keinen Nachweis, dass der aus Amalgamfüllungen austretende Quecksilberdampf gesundheitlich unbedenklich ist. Genau das wird aber von Ärzten, Ärzteverbänden, Krankenkassen und Gesundheitspolitik behauptet. In der Alternativmedizin sind zwar seit langem diagnostische Methoden im Einsatz, die den Nachweis einer chronischen Quecksilbervergiftung im Einzelfall zulassen, aber diese Methoden werden abgelehnt und das diagnostische Ergebnis wird ignoriert. Aus der Schulmedizin sind keine Bestrebungen bekannt, solche diagnostischen Methoden zu entwickeln.

Durch diese Unwissenheit bzw. Ignoranz wird der Schulmediziner aber nicht hilflos, denn eine (symptomatische) Therapie steht immer zur Verfügung (s. auch hier). Kommt es zum Streit, dann verfügt der Gutachter über Methoden, um den Richter (aber nicht den Geschädigten) zu überzeugen, dass das Gift nicht Ursache der Erkrankung gewesen ist; s. auch Kausalitäts- und Beweisgrundsätze.

Ähnlich sieht es aus, wenn durch eine Impfung ein schwerer Gesundheitsschaden entstanden ist. Ursache sind normalerweise die zugefügten Adjuvantien und Konservierungsstoffe, z.B. Quecksilber- und Aluminium­verbindungen oder Formaldehyd. Auch hier ist der direkte Nachweis, dass das im Impfstoff enthaltene Gift Ursache der Erkrankung ist, nicht möglich. Deshalb wurde von der WHO ein anderes Verfahren festgelegt: kann jede andere theoretisch mögliche Ursache ausgeschlossen werden? Falls nein, ist der Nachweis, dass der Impfstoff schuld ist, nicht erbracht (Quelle: Hartmann, Impfen, bis der Arzt kommt). Diese Denkweise erklärt teilweise die niedrigen Impfschadens-Zahlen.

 

Pro und Kontra Amalgam

Obwohl die wichtigsten Fakten über Amalgam längst erforscht sind und die häufig behaupteten Unklarheiten kaum noch existieren, sind die Menschen gespalten in Befürworter und Gegner:

Pro Amalgam: Schulmedizin, viele Zahnärzte und fast alle Neurologen und deren Verbände, die kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Zahnärztekammern, die "Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde" (DGZMK), die Krankenkassen und das Bundesgesund­heitsministerium (Berlin) mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn;

Kontra Amalgam: Teile der medizinischen Forschung, ganzheitliche bzw. Naturheil-Medizin, Selbsthilfegruppen, umweltmedizinisch geprägte Ärzte und Zahnärzte und deren Verbände.

Die schulmedizinischen Befürworter, z.B. das BfArM, sind einseitig voreingenommen: unter dem Vorwand der Risikoabwägung werden hohe Anforderungen einerseits an den Nachweis, dass Amalgam gefährlich ist, andererseits an die Ungefährlichkeit von Alternativmaterialien gestellt. Wer seine Gesundheit schützen will, denkt anders: es genügen begründete Warnungen vor einer Gesundheitsgefahr auch ohne vollständigen Nachweis. Der wissenschaftliche Nachweis der Unbedenklichkeit muss vor dem massenhaften Einsatz einer Chemikalie oder einer Technologie erbracht werden (Vorsorgeprinzip). Für Amalgam steht dieser Nachweis aus. S. dazu Diskussion auf Wikipedia.

Risikobewertung und Grenzwerte von Chemikalien orientieren sich auf EU-Ebene nicht an dem besten verfüg­baren Wissen über die gesundheitlichen Auswirkungen der Chemikalien, sondern werden zwischen (intelli­genten) Industrie-Lobbyisten und (weniger intelligenten) EU-Beamten ausgehandelt. Auch Korruption spielt immer wieder eine Rolle. Umweltschutz-Organisationen dürfen ihre Meinung dazu abgeben. Ziel der Lobbyisten ist regelmäßig eine Zeitverzögerung, bevor strengere Regeln in Kraft treten. Mittel der Wahl, um eine Verzöge­rung zu erreichen, ist häufig das Säen von (angeblich wissenschaftlichen) Zweifeln und die Beauftragung neuer (Statistik-)Studien.


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