Amalgam-Informationen

Korruption in Medizin und Umwelt

Tatsachen muß man kennen, bevor man sie verdrehen kann.
Mark Twain
 

Korruption als Grundlage der Wissenschafts-Fälschung

Spiegel-Online schreibt am 16.5.2006 unter "Bestechliche Medizin - Korruptionsbekämpfer prangern gefälschte Medizin-Studien an" über eine Studie von Transparency International (TI):
Die TI-Experten der Arbeitsgruppe Gesundheit prangern überdies an, dass insbesondere Pharma-Unternehmen direkten Einfluss auf wissenschaftliche Studien und Experten nehmen. Vierzig Prozent der medizinischen Studien aus dem vergangenen Jahr seien nachweislich gefälscht oder durch Sponsoring manipuliert, sagte Peter Schönhöfer, Arbeitsgruppenmitglied und Pharmakologe.
Neuere Version der TI-Studie, Pressemeldung (2008)

John Ioannidis stellte fest, dass bis zu 90% der Studien, denen Ärzte hinsichtlich der verordneten Therapien vertrauen, irreführend oder völlig gefälscht sind. Bedenklich ist, dass die Fälschungshäufigkeit in den letzten 10 Jahren massiv zugenommen hat.

 

So wird gefälscht

  • Zulassungsstudien der Pharma-Industrie
    Damit ein pharmazeutisches Produkt (Medikament) von den Behörden zugelassen werden kann, muss es umfangreiche Tests durchlaufen. Neue Wirkstoffe müssen vor der Zulassung ein mehrstufiges Zulassungsverfahren mit Wirksamkeitstests durchlaufen. Aus dem Verkauf des Medikaments sollen schließlich Einnahmen erzielt werden, aus denen die hohen Marketingkosten, aber auch der Forschungsaufwand und die Gewinnerwartungen der Unternehmenseigner beglichen werden. Die Tests werden in Statistik-Studien beschrieben, die den Zulassungsbehörden vorzulegen sind. Dazu werden Patienten gesucht und in 2 Gruppen aufgeteilt: die Verum-Gruppe erhält den Wirkstoff, die Kontrollgruppe nicht. Eigentlich soll die Zuordnung zu einer der beiden Gruppen zufällig sein. Leider ist es weit verbreitet, dass durch illegale Eingriffe Studienergebnisse verfälscht werden.
    • Mikkel Marquardsen, Michelle Ogden, Peter C. Gøtzsche:
      Redactions in protocols for drug trials: what industry sponsors concealed (1.2018).
      Eine unabhängige Untersuchung von Medikamenten-Zulassungsstudien wird von Pharma-Unternehmen und Zulassungsbehörden verhindert: die entscheidenden Daten bleiben geheim und werden nicht herausgegeben. Ein legitimer Grund ist nicht erkennbar.
  • Verflechtungen zwischen Wissenschaftlern und Industrie
    Eine Studie im "British Medical Journal" 1) beschrieb, dass finanzielle Verflechtungen zwischen Wissenschaftlern und der auftraggebenden Industrie bei epidemiologischen Klinikstudien völlig normal sind und generell zu positiven Ergebnissen führen 3). In einer von der renommierten Zeitschrift Nature 2) veröffentlichten Studie wurde gezeigt, dass jeder dritte Wissenschaftler Studienergebnisse unterschlagen, gefälscht oder uminterpretiert hat, um den Interessen der Auftraggeber (meist pharmazeutische und chemische Industrie) zu genügen. Mit statistischen Tricks werden unbrauchbare Ergebnisse aufgebläht, ungünstige Fakten beiseitegeschoben 4).

    1) S Keyhani et al.: Financial ties of principal investigators and randomized controlled trial outcomes: cross sectional study (1.2017)

    2) Martinson BC, Anderson MS, de Vries R.: Scientists behaving badly, Tabelle, als pdf (6.2005).
    Kommentar von Vera Zylka-Menhorn: Forschungsbetrug: Jeder Dritte ist unredlich (2005)

    3) Brustkrebs-Studien: Ohne Industrie-Gelder fallen Arznei-Tests schlechter aus (2.2007)

    4) Gary G. Kohls: Flu Shots, Fosamax and Pharmaceutical Fakery: The Common Use of Misleading and Deceptive Statistics
    Die meisten Verfasser (über 80%) von Statistik-Studien arbeiten nicht im klinischen Bereich, also an Patienten, sondern sind Angestellte der Pharma-Industrie. Ziel ist es, Pharma-Produkte schnell auf den Markt zu bringen.

    Eine Methode, Sachverhalte zu verfälschen, ist die Anwendung der Relativen Risiko Reduktion (RRR). In der Osterholm-Studie 5), die Grippe-Impfungen eigentlich kritisch betrachtete, war eine RRR von 60% angegeben worden: durch die Grippeimpfung werde das Infektionsrisiko um 60% gesenkt. Die tatsächliche Risisko-Reduktion (ARR) lag jedoch nur bei 1,2%. Aber damit ließe sich kein Impfstoff verkaufen.

    5) Michael T Osterholm, Nicholas S Kelley, Alfred Sommer, Edward A Belongia:
    Efficacy and effectiveness of influenza vaccines: a systematic review and meta-analysis (1.2012)
    Grippeimpfungen sind wenig oder gar nicht wirksam. Für Personen über 65 fehlt bisher jeder Wirksamkeitsnachweis. Kritik: s. 4).

  • Pubikations-Bias
    Unter einem Bias versteht man die statistisch verzerrte Darstellung der Datenlage in wissenschaft­lichen Zeitschriften infolge einer bevorzugten Veröffentlichung von Studien mit positiven bzw. signifikanten Ergebnissen: Erwünschte Ergebnisse werden als Studie publiziert, unerwünschte landen im Papierkorb. Genauer untersucht wurde das für neurologischen Studien.
    • The Corruption of Evidence Based Medicine?—?Killing for Profit (6.2018)
      Das ist die Evidence Based Medicine, das Leitbild der Schulmedizin:
      Wenn Positives veröffentlicht und Negatives unterschlagen wird, dann ergibt die Metastudie: weit überwiegend Positives. Studien, die verkaufsfördernd für die Pharma-Industrie sind, werden den Magazinen als Reprints in hohen Auflagen abgekauft; die anderen Studien könnten eher zum Verlustgeschäft werden. Hinzu kommen direkte Zahlungen der Pharma-Industrie an die verantwortlichen Chefredakteure. Auch akademische Karrieren stehen im engen Zusammenhang mit Zahlungen der Pharma-Industrie.
    • J.D. Stefaniak, T.C.H. Lam, N.E. Sim, R. Al-Shahi Salman and D.P. Breen:
      Discontinuation and non-publication of neurodegenerative disease trials: a cross-sectional analysis (6.2017)
      Am Beispiel von Interventions-Studien zu neurodegenerativen Erkrankungen wird der Einfluss durch Nicht-Publikation gezeigt. Bei anderen ärztlichen Fachgebieten sieht es ähnlich aus. Dadurch werden die therapeutischen Informationen für die klinische Praxis verfälscht.
    • Helen Fosam:
      Publication Bias in Neurology Research: Why It Matters and Why It Needs to Change (11.2017)
      Durch die Zurückhaltung wissenschaftlich wichtiger Informationen geht nicht nur Wissen verloren, sondern es entsteht ein falscher Eindruck über das, was nachgewiesen ist und was nicht. Im ungünstigen Fall führt das zu überflüssigen Versuchen mit Patienten, Überschätzung von therapeutischen Methoden und letzlich vermeidbaren Todesfällen. Als Beispiel wird die Alzheimer-Forschung genannt.
    • ClinicalTrials
      In dieser US-Datenbank werden seit 2000 weltweit alle privat und öffentlich finanzierten Studien erfasst, damit man sie - bei unerwünschten Ergebnissen - nicht so leicht verschwinden lassen kann. Dennoch wird weiterhin eine erhebliche Anzahl an Studien abgebrochen, verzögert oder gar nicht publiziert.
  • Wissenschafts-Magazine: vorsätzliche Fälschung
    Richard Horton, Chefredakteur des renommierten medizinischen Wissenschaftsmagazins "The Lancet", kommentiert in einem Bericht über ein Londoner Symposium (April 2015), das die Zuverlässigkeit biomedizinischer Forschung zum Thema hatte: "Etwas läuft grundsätzlich falsch mit einer der größten Schöpfungen des Menschen. ... Ein großer Teil der wissenschaftlichen Literatur, vielleicht die Hälfte, ist einfach unwahr.". Kommentar.

    Die Fälscher in der Wissenschaft werden angeleitet und bezahlt von mächtigen Interessengruppen. Wenn ein klarer Stand der Wissenschaft verfälscht werden soll, lautet die wichtigste Aufgabe der Fälscher: Zweifel säen, indem Nebensächlichkeiten in den Vordergrund geschoben werden.

    • Süddeutsche Zeitung: Wissenschaft wurde als Nebelwand missbraucht
      Interview mit der Historikerin Naomi Oreskes. Sie hat die Strategien der so genannten Skeptiker analysiert. Ein Gespräch über Lobbyisten und Denkmuster des Kalten Krieges.
  • Wissenschafts-Magazine: Qualitätsmängel
    Selbst renommierten Wissenschaftsjournalen kann man nicht vertrauen: ... wenn man bedenkt, wie stark die Magazine von den Anzeigen der Pharmakonzerne abhängen. Viele von ihnen sind wenig mehr als Vehikel für den Transport der Werbebotschaften. sagt Marcia Angell, ehem. Chefredak­teurin beim New England Journal of Medicine. Und die Wissenschaftsmagazine machen es den Fälschern leicht: sie veröffentlichen alles, auch von Computern erzeugte Pseudowissenschaft (= Müll); s. auch die Studie The conceptual penis as a social construct. In "Brokers of junk science?" wird gezeigt, wie Critical Reviews in Toxicology und Regulatory Toxicology and Pharmacology systematische Verharmlosung von Giften fördern. Das System der wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist korrupt.

    Zudem macht ein Trend die Unterscheidung von Wahrheit und Fälschung immer schwieriger: das Aufkommen von schein-seriösen Wissenschafts-Verlagen, die ohne Qualitätsprüfung (Peer Review) alles veröffentlichen, was ihnen angeboten wird:

  • Fälschung in großem Stil: Zusammenarbeit von Behörden und Industrie
    Korruption gelingt, wenn Umwelt-/Gesundheitsbehörden, Wissenschaftler/Gutachter und Industrie zum Nutzen der Gifthersteller und zum Schaden der Menschen bzw. Patienten zusammenarbeiten. In den USA wurde anhand der Poison Papers (Gift-Papiere) diese Zusammenarbeit deutlich gemacht. Es handelt sich um eine Datenbank mit rund 20.000 Dokumenten, die Behörden und Chemie-Unternehmen herausgeben mussten und die bis in die 1920er Jahre zurückreichen. Sie enthalten wissenschaft­liche Studien, interne Memos und Berichte, Sitzungsprotokolle, strategische Diskussionen und eidesstattliche Versicherungen.

    Damit die Gesundheitsbehörden durch diese Zusammenarbeit mit der Industrie zum Schaden der Patienten nicht angreifbar werden, müssen sie für eine sorgfältige Kontrolle des Informationsflusses an die Medien sorgen. Nur Journalisten, die im Sinne der Behörden schreiben und Wohlverhalten zeigen, erhalten ihren wichtigsten Rohstoff ‒ neueste Informationen aus dem Inneren der Gesundheitsbehörde.

Beispiel 1: Tabakindustrie, Krebs

Die Tabakindustrie hat hochrangige, einflussreiche Wissenschaftler jahrzehntelang bestochen, um das Märchen von Zigaretten aufrechtzuerhalten, die nicht gesundheitsschädlich sind und die nicht süchtig machen. Auch die Politik wurde gekauft.

Studien und weitere Informationen:

Beispiel 2: Monsanto, genetisch veränderte Organismen, Glyphosat

Roundup mit seinem Wirkstoff Glyphosat 2) ist das weltweit am meisten verkaufte Pflanzengift, produziert vom Agro-Konzern Monsanto 3). Der hat Saatgut, speziell Mais, durch genetische Veränderungen resistent gegen Roundup gemacht und verkauft es mit dem Etikett Roundup-Ready - zwei Produkte, die für den Hersteller sehr erfolgreich sind. Die Fa. Monsanto weiß seit Jahrzehnten, dass ihr Produkt krebserregend ist.

Im Jahr 2012 erregte die Séralini-Studie von einem Forscherteam um den französischen Molekularbiologen Gilles-Éric Séralini großes Aufsehen. Die Langzeit-Studie zeigte, dass Roundup-resistenter Mais und Roundup selbst karzinogen sind und zu Tumoren führen. Nach Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology (FCT) erfolgte ein Trommelfeuer (s. Mails von Monsanto-Mitarbeiter Chassy an FCT-Herausgeber Hayes) scheinbar unabhängiger Wissenschaftler gegen diese Studie, die daraufhin von der Fachzeitschrift zurückgezogen wurde. Das wurde weltweit als Nachweis der Unseriosität der Studie und seiner Autoren gesehen. Die Autoren waren dadurch wissenschaftlich diskreditiert.

Nun wurde im Rahmen eines Gerichtsprozesses gegen Monsanto publik, dass Monsanto das Trommelfeuer gegen die Séralini-Studie orchestriert und den FCT-Herausgeber A. Wallace Hayes mit 400 US-$ pro Stunde bezahlt hat; s. Berichte auf gmwatch.org, Huffington Post, U.S.Right to Know, Sustainable Pulse und die Originaldokumente, auch als Dateiliste. Übliche Praxis von Monsanto ist die Beeinflussung der allgemeinen Öffentlichkeit mit getarnten Beiträgen: Internet Trolls.

Die Studie von Séralini wurde daraufhin 2014 erneut publiziert; Kommentar.

Ein weiterer Schlag für Monsanto war die Einstufung von Glyphosat als krebserregend durch die IARC. Bevor der IARC-Bericht veröffentlicht wurde, organisierte Monsanto die Herstellung einer Unbedenklichkeits-Studie durch namhafte Wissenschaftler, die zwecks Ergebnis-Optimierung nur noch ihren Namen unter die fertige Studie zu setzen hatten; s. Berichte von CNN, Bloomberg und Reuters. Allerdings ist diese Strategie nicht aufgegangen: Kalifornien hat sich der IARC-Einstufung als krebserregend angeschlossen. Monsanto hat dagegen geklagt, musste Dokumente offenlegen, die die Korruption weiter aufdeckten, und verlor.

Allerdings überredete Monsanto die US-amerikanische Umweltbehörde EPA und deren Gift-Behörde ATSDR, Untersuchungen zur Sicherheit von Glyphosat nicht weiter zu verfolgen. Und die Republikanische Partei der USA droht - unter dem Einfluss von Monsanto - dem IARC einen Finanzierungs-Stopp 1) an.

In Deutschland hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Glyphosat zu bewerten. Da hatte Monsanto leichtes (erkauftes?) Spiel, denn das BfR hat seine Bewertung über viele Seiten aus dem Zulassungsantrag von Monsanto abgeschrieben, was man auch als Plagiat deuten kann. Das BfR weist diesen Vorwurf zurück. Die IARC-Einstufung als krebserregend wurde ignoriert. Das berichten die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, das Umweltinstitut, das Ärzteblatt, das österreichische Wochenmagazin News und die britische Zeitung The Guardian. Die Bewertung des BfR war die Vorlage für die EU-Entscheidung - die Zulassung von Glyphosat wurde Ende 2017 um weitere 5 Jahre verlängert.

Hinzu kommt eine Tatsache, die erst kürzlich offenbar wurde, obwohl Roundup seit vielen Jahren das weltweit meistverkaufte Pflanzengift ist: richtig giftig wird Roundup erst durch bestimmte Zusätze. Welche Zusätze das genau sind, ist Geschäftsgeheimnis und wird den Prüfbehörden nicht genannt. Die Zulassung wurde dennoch ausgesprochen bzw. verlängert.

1) Berichte über die Einflussnahme von Monsanto mittels der Republikanischen Partei der USA (GOP) auf die Finanzierung der IARC:

2) Eine Sammlung von Zeitungsmeldungen und Studien zu Glyphosat/Roundup finden Sie auf bbfu.de.

3) Informationen zu den Aktivitäten von Monsanto finden Sie auf MonsantoMafia.com

 

Betrug wird bestraft

Nach einem Bericht des US-Gesundheitsministeriums nahm es in 2010 durch juristische Entscheidungen oder Vergleiche bei Betrug im Gesundheitswesen 2,5 Mrd. US-$ ein; Spitzenreiter: die pharmazeutische Industrie. Kommentar von Dr. Mercola.

 

Konsequenz der Fälschungen

 

Wofür wird gezahlt und wohin fließt das Geld?

  • Pharma-Industrie und Ärzte
    Die Pharma-Industrie bezahlt Ärzte für sinnlose (Geld-)Schein-Studien; hier eine Reportage des NDR.
    • Eric G. Campbell, Russell L. Gruen, James Mountford, Lawrence G. Miller, Paul D. Cleary and David Blumenthal:
      A National Survey of Physician–Industry Relationships (2007)
      Ärzte erhalten kostenlose Arzneimuster, lassen sich für die Teilnahme an Konferenzen und Lehrgängen bezahlen. Ambulante Kardiologen und Hausärzte sind besonders anfällig.
  • Bilanz 2016:
    Pharmafirmen zahlten 562 Millionen Euro an Ärzte in Deutschland
    Das Geld wird als Honorar für die Durchführung von (nutzlosen?) klinischen Studien und Anwendungs­beobachtungen (AWBs), als Vortragshonorar und für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen gezahlt. Mit weiteren 101 Millionen Euro sponserte die Industrie Veranstaltungen und Institutionen.

    Hinzu kommen die Zahlungen der kleinen und mittleren Unternehmen, die im Bundesverband der pharma­zeutischen Industrie (BPI) zusammengeschlossen sind, der Generika- und der Homöopathie-Unternehmen.

    In Deutschland ist es jedem Arzt überlassen zu entscheiden, ob die Zahlungen, die er erhalten hat, veröffentlicht werden dürfen. Viele Ärzte wollen das nicht. In den USA gibt es seit Präsident Obama eine entsprechende gesetzliche Verpflichtung.
  • USA: Epidemie durch Schmerzmittel-Missbrauch
    Pharma-Konzerne bezahlen willige Politiker und Ärzte
  • Kickbacks
    Ärzte orientieren sich bei der Verordnung von Medikamenten nicht nur an der medizinischen Notwendigkeit, sondern auch an ihrem Profit. Zwei Drittel der US-Amerikaner werden von Ärzten behandelt, die Geld von Pharma-Konzernen erhalten für Therapien, die die Gewinne dieser Unternehmen steigern: Unternehmen und Ärzte gewinnen, Patienten verlieren. Denn die Ärzte verschreiben die entsprechenden Produkte.
  • Geldfluss braucht Datenfluss
    Die Fa. QuintilesIMS bietet umfangreiche Datenbanken und -auswertungen über den Pharmamarkt an. Damit können noch gezielter Produkte mit guten Gewinnchancen (Heilungschancen: unwichtig) entwickelt werden. Marketing und Vertrieb können den Arzt belohnen, der seinen Patienten die Medikamente verordnet, die den Pharmakonzernen die höchsten Gewinne bescheren. Der Journalist Hans Weiss hat im Buch Korrupte Medizin die Praktiken beschrieben.