PFAU e.V. Karlsruhe, Umweltgift-Report Nr. 2/1999
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Umweltgift-Report

Nr. 2

2. Jg., März-April 1999


 

Inhalt

Vorwort

Störungen der Fruchtbarkeit (Fortsetzung)

Pyrethroidstudie der Firma Bayer. Können Zahlen lügen ?

Gesundheitsreform "Die Nächste"

Patientenbericht Teil 2

Ergebnisse der EU-Amalgam-Konferenz

PCP-Werte bei 16 % der Bevölkerung erhöht

Kurzberichte

Cadmium in Wurzelfüllungen

Erster Durchbruch im Zivilrecht für Amalgamschäden

Asthma nimmt weltweit zu

Null-Liter-Auto

BSE durch Insektizide verursacht ?

Spanplatten nach wie vor formaldehydbelastet

Bald einheitliche Vertretung von Umweltmedizinern möglich ?

Allergiker- und Umweltgift-Informationen im Internet (Auswahl)

Mythos "richtiger Arzt": Zur Problematik von Therapeuten-Empfehlungen

Schwermetall-Bulletin für Interessierte

Bundesinstitut für Arzneimittel geht nach Bonn

Veranstaltungen

Beitrittserklärung:

Informationsbestellung

Impressum

 


Vorwort

 

Liebe Leser,

Mit dem zweiten Umweltgift-Report zeigt die Redaktion, daß eine interessenunabhängige und ehrenamtlich herausgegebene umweltmedizinische Verbraucher-Zeitschrift möglich ist.

Die Redaktion bittet um Verständnis für den aus personellen Gründen verspäteten Erscheinungstermin und wird versuchen, den Rückstand mit der nächsten Ausgabe aufzuholen.

Was viele übrigens nicht wissen: Alle Mitarbeiter sind oder waren selbst Betroffene und arbeiten ausschließlich ehrenamtlich.

Wir möchten uns bei den Lesern für die vielen aufmunternden Worte, das Lob, aber auch die Kritik bedanken.

Gerade in einer Zeit, in der chronisch kranke Menschen – auch was die Anerkennung der Erkrankung betrifft – wieder stärker um selbstverständliche Rechte kämpfen müssen, muß dringend eine Möglichkeit politischer Einflußnahme geschaffen werden.

Viele Patienten, die bei uns um Rat fragen, sehen sich bei Konflikten mit der Krankenkasse, der Berufsgenossenschaft oder der Rentenversicherung aufgrund mangelnder Unterstützung auf sich alleine gestellt.

Helfen Sie mit, daß Betroffene nicht mehr alleine stehen und Gesundheitsschäden durch Schadstoffe nicht mehr als exotische Vorkommnisse unter extremen Bedingungen angesehen werden.

Bitte unterstützen Sie unser Bemühen, mit dem "Umweltgift-Report" auf Mißstände aufmerksam zu machen und politische Kräfte zu mobilisieren. Die neue Bundesregierung alleine wird ohne weiteren Druck die erhofften Veränderungen nicht umsetzen, sondern scheint eher dieselben Probleme in rot-grün zu produzieren.

Ohne weitere finanzielle Beiträge von Unterstützern wird sich die Zeitschrift aufgrund der gegenüber den Einnahmen viel höheren Ausgaben bereits nach der nächsten Ausgabe nicht mehr finanzieren können.

Aus naheliegenden Gründen soll jedoch sowohl der Abonnement-Preis so niedrig wie bisher bleiben, wie auch auf gewerbliche Unterstützung verzichtet werden – damit sich der Umweltgift-Report nicht zu den – in Wahrheit gewerblichen - "Gesund durch...."-Zeitschriften gesellt.

Ungeachtet der finanziellen Vorteile der Mitwirkung von Firmen und Therapeuten soll weiterhin interessenunabhängige Fachinformation veröffentlicht werden, ohne etwas zu verkaufen und ohne Weltanschauungen zu verbreiten, denn beides hat nach Meinung der Redaktion in der umweltmedizinischen Diskussion nichts zu suchen.

Wenn viele Unterstützer die Arbeit mittragen, wird sich dieses unabhängige Projekt erhalten und wird wesentlich zur Verbesserung der Situation beitragen können.

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Mithilfe und wünschen Ihnen viele Anregungen beim Lesen.

 

Ch. Zehenter, Heilpraktiker, Redaktion

 


Störungen der Fruchtbarkeit (Fortsetzung)

Bernd Giacomelli

 

2. Bedeutung für die Bevölkerung; vom Einzelschicksal zur Gesamtbetrachtung.

Während im ersten Teil die Belastung einzelner Frauen mit Schwermetallen und Agrargiften der Chlorchemie festgestellt wurde und Abhilfe gerade gegen Metalle geboten werden konnte, soll jetzt das Auftreten von Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten in seiner Bedeutung für die Bevölkerung untersucht werden.

Können Menschen wie Du und ich anhand der täglichen Nachrichten abschätzen, ob das o.g. Thema an Bedeutung gewonnen hat?

Eine erste Antwort gibt uns das Entstehen der Fachrichtung "Reproduktionsmedizin".

Wer mit Begriffen wie "schnell wachsende Weltbevölkerung" aufgewachsen ist, erkennt verwundert, daß Samen und Eizelle nun der Hilfe bedürfen, um zueinander zu finden! Eine solche Nachfrage ist da; diese Fachrichtung hat eine wirtschaftliche Grundlage. ---

Zum andern ist es angeraten, die USA ins Visier zu nehmen, wenn man Tendenzen erkennen will. Viele Lebensumstände werden aus den USA übernommen, wenn auch mit Verzögerung (time lag) von etwa zehn Jahren.

Nachrichten wie "Nahezu jeder vierte Amerikaner ist unfruchtbar" werden nicht erfunden. Die Vermutung liegt nahe, daß dies eng mit der Zivilisation verknüpft ist und auch uns nicht ganz verschonen dürfte.

Ein weiterer Mosaikstein ist die Sorge über den Babyhandel (in die Staaten, nicht um-gekehrt). Dies unterstreicht, daß es sich nicht um ein familiäres Problem, sondern um einen nationalen Mangel handelt.

Doch zurück zur Bundesrepublik.

Im Bekanntenkreis kann man evtl. feststellen, daß Schwangerschaften erst mit dem sechsten Monat bekanntgegeben werden?! In Kenntnis der Gefahren im Frühstadium schweigt das Paar, um nicht der frohen Botschaft eine Enttäuschung folgen lassen zu müssen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, gewinnt den Eindruck, daß der Beginn des Lebens schwieriger geworden ist.

Kinderlosigkeit kann Teil der Lebensplanung sein. Dies kann gut abgegrenzt werden gegen die ungewollte Unfruchtbarkeit.

Ein Blick auf die Geschichte lehrt (7), daß es Höhepunkte der Unfruchtbarkeit in Europa gegeben hat: Ende des 19. Jhdts. schlug sie sich in der Statistik der Ehepaare in den bleiverarbeitenden Zentren Europas nieder.

Ohne Industrie hatte sich sowas 2000 Jahre früher auch ereignet. Derselbe Stoff, das Blei, war in den Aquädukten der klassischen Römer und in den Trinkgefäßen. Die Kinderlosigkeit der adligen Familien ging in die Geschichtsbücher ein.

In der Gegenwart sind wir nicht besser dran: auf die gesamte Landschaft hat sich das Blei des verbleiten Benzins gelegt, das wir heute noch nicht ganz verbannt haben.

Das Trinkwasser in Altbauten läuft durch Bleirohre ... kaum zu glauben.

Kurz erwähnt werden soll "Thalidomid". Was für die Mutter ein Schlafmittel war (Contergan), führte für die Embryos der 4. bis 6. Woche zu schweren Fehlbildungen in den sechziger Jahren. Die Zahl der Opfer ging in die Tausende. Wohl handelt es sich hier nicht um Unfruchtbarkeit, doch ob Sie diese Störung der Fortpflanzung als leichte Form bezeichnen wollen, das bleibt Ihnen überlassen.

In Japan geschah die unbemerkte Giftaufnahme nicht einmal zwanzig Jahre lang, da war ein nennenswerter Teil der Stadtbevölkerung von Minamata vergiftet. Die Kranken hatten Nervenschäden, die Kinder kamen mit schwersten Geburtsschäden zur Welt. Durch die Einleitung ungeklärter Abwässer eines Chemieunternehmens war Methylquecksilber in die Bucht gelangt.

Mit der Nahrungskette von den Kleintieren bis zu den Fischen war die Grundnahrung für einen Teil der Bevölkerung gefährlich belastet. H.W.Döring, der Autor von "Unfruchtbar durch Umweltgifte", versäumt es nicht, den Prozeß der Bewußtseinsbildung zu beschreiben. Die Erklärung der japanischen Behörden lief über Virus und Lebensmittelvergiftung, bis nach 17 Jahren die Ursache beim Namen genannt wurde: Quecksilber! Schlimm auch die sozialen Folgen: die Bewohner dieser Bucht galten noch Jahrzehnte als ungeeignete Heiratspartner.

Ein Agrargift wurde in den sechziger Jahren in Millionen Litern versprüht. Gemeint ist das dioxinhaltige Entlaubungsmittel des Vietnamkriegs. Berüchtigt ist es nicht wegen der Wirkung auf die Flora, sondern weil es Freund und Feind schwer geschädigt hat. Die Dörfer, die mehrmals im Zielgebiet lagen, litten signifikant unter Geburten mit Fehlbildungen wie offener Rücken u.a.—Die eigenen Soldaten waren in den Regen geraten; Kinderlosigkeit war nur eine der Folgen. Der Aktivität dieser Veteranen ist zu verdanken, daß die Öffentlichkeit das Geschehen in seiner neuen Dimension begriff.

In den USA wurden dioxinhaltige Herbizide versprüht. Bei Tieren folgten darauf Fehlgeburten.

Frauen im Staat Oregon konnten belegen, daß die Sprühaktionen für Mensch und Tier die gleichen Auswirkungen hatte.

Daraufhin verbot die Umweltbehörde EPA solche Aktionen.

In der BRD gab es keine militärische Anwendung der Dioxine, doch schon die Produktion hat geschadet! Das Hamburger Werk von Boehringer mußte geschlossen werden. Die Krebsgefährdung der Arbeiter war ausschlaggebend. Sechs Jahre nach Schließung war die Gefahr bewiesen.

Die Überprüfung von 260.000 Hamburger Geburtsakten ergab, daß Frauen in benachteiligten Wohngebieten ein höheres Risiko hatten, Kinder mit dioxinbedingten Krankheiten zur Welt zu bringen. Benachteiligt heißt hier, im Schatten der Müllverbrennung.

 

Schadstoffe am Arbeitsplatz und Beweis der Kausalität:

Der Arbeitsplatz der Landarbeiter in Costa Rica erscheint uns als gesund, doch bei näherem Hinsehen müssen wir uns belehren lassen, daß 500 Plantagenarbeiter durch ein Agrargift unfruchtbar wurden.

Bei Untersuchungen muß man sich einigen, an welcher Stelle/welchem Organ man die Wirkung mißt. Bei männlicher Fertilität bieten sich drei klassische Indikatoren an: 1. Die Anzahl der Spermien, 2. Die Beweglichkeit, 3. Ihr Aufbau. In unserem Fall waren alle drei Meßgrößen herabgesetzt oder geschädigt. Das Gift, von 1972 bis 1978 verwendet, war DBPC, ein Nematozid, das Fadenwürmer in Trauben und Zitrusfrüchten tötet.

Das Gift bleibt im Boden lange erhalten.

Es galt: je länger ein Mann damit in Berührung kommt, desto stärker sind die Spermien geschädigt.

Die Kausalität war eindeutig und ging auch in die Krankheitsstatistik ein.

Günstig für die Beweisführung war, daß über lange Zeit konstante Bedingungen herrschten: Monokultur beim Anbau, also immer das gleiche Gift, die selben Männer.

Das Gift ist chemisch stabil.

Da müßte doch ein Argwohn laut werden gegen die Hunderttausende von chemischen Verbindungen, die in unserm Alltag wirksam sind? Die Bundesregierung behalf sich 1988 damit, daß sie darauf verwies, daß über die Bedeutung der Schadstoffe "nur wenig gesicherte Daten vorliegen" Zuvor hatte sie eingeräumt, daß bei der Tatsache von 15% (ungewollt) kinderlosen Paaren berufliche und umweltbedingte Faktoren eine gewichtiger werdende Rolle spielen.( 8)

Von den potentiellen Verursachern seien genannt: organische Umweltchemikalien, Konservierungs- u. Kühlmittel und Schwermetalle. Da die genannten Stoffe im deutschen Alltag überall zu finden sind, hätte man ein großes Interesse der Wissenschaft vermuten dürfen. Nach Schill (9) ist die Zahl der Publikationen, die sich den Einflußgrößen der männlichen Fertilität widmen, "außerordentlich gering".

Zahl und Zustand der Spermien sind Ergebnis der Vorgänge in den Samenkanälen und der Aktivität verschiedener Zellarten. Man kennt weder alle Stoffe, z.B. Proteine, die hier produziert werden, noch deren Funktion. Grundlagenforschung ist nötig, um die Symptomebene zu verlassen (Anzahl oder Beweglichkeit der Spermien) und die Erklärung auf die Organe zu verlegen (Kanäle, Zellwände verdickt, Enzyme werden gestört ...)

Immer wieder wird die Frage des exakten Nachweises aufgeworfen. Der Nachweis der Schadwirkung könne nur am Menschen erbracht werden.; Experimente seien hier jedoch durch das ärztliche Standesrecht ausgeschlossen. Anmerkung des Autors: Man sieht die Hürden größer als sie sind. Man braucht Menschen nicht mit Gift zu belasten, da es Belastungen jeder Art und Schwere bereits gibt. Es gäbe genug Probanden, die in ein belastetes Gebiet ziehen oder es verlassen, die einen Beruf ergreifen oder ihn beenden, wenn man sie nur befragen wollte.

Es gäbe genug Mischbelastungen, die dem Leben entnommen werden könnten.

Im Sinne einer Stichprobe, und die für unser Leben repräsentativ sind.

Die angeblich fehlenden Beweise setzen die Politik in die Lage, folgendes zum Thema "Vorbeugung" zu antworten:

"der derzeitige Forschungsstand ... bietet nur wenig Ansatzpunkte für eine gezielte Prävention." Bundesregierung 1988.

Die Bundesregierung erkennt in der gleichen Antwort auf eine Anfrage, daß die Medizin dazu neigt, männliche Defizite durch Behandlung der Frau auszugleichen! Sie beweist Realitätssinn, indem sie fortsetzt: die Verfahren sind "nicht kausal und belasten die Frau erheblich."

 

Die Konsequenz jedoch, einen Lehrstuhl für Männerheilkunde einzurichten, hat man allerdings versäumt.

 

7) H.W.Döring, Unfruchtbar durch Umweltgifte, rororo 1992

8) Bundesreg. 1988, Ursachen, Prävention und Behandlung der Unfruchtbarkeit...Antw. auf die Große Anfrage
     der Fraktion Die Grünen.

9) Schill W.B., Beeinfluss. Der männl. Fertilität durch chemische Substanzen aus Medizin u. Umwelt,
    Wissenschaft u. Umwelt, 1987

 

 


 

Pyrethroidstudie der Firma Bayer
Können Zahlen lügen ?


Dr. Tino Merz

 

Warum liegen die Ergebnisse verschiedener toxikologischer Bewertungen oft so weit auseinander? Zu Umweltrisiken einzelner Stoffe liegen häufig völlig unterschiedliche Expertisen vor, die sich jeweils streng wissenschaftlich geben. Die einen sehen bei jeglicher Schadstoffbelastung der Bevölkerung die Gefahr von Gesundheitsschäden, andere erwarten selbst bei einer tausendfachen Dosis keine ernsthaften klinischen Wirkungen. Es scheint, als wüßten die Experten nicht weiter, und die Öffentlichkeit steht ratlos daneben.

Dass Ergebnisse bewußt verfälscht werden, kann oft nicht bewiesen werden. Ein solcher Nachweis erfordert schwierige Recherchen, wie das Beispiel der kontaminierten Castorbehälter demonstriert hat.

Manchmal jedoch, wie bei der Bewertung der Giftigkeit von Pyrethroiden durch die BAYER AG, genügt es, den Text genau zu lesen.

 

BAYER: Pyrethroide unbedenklich bis 5.000 ppm?

In der von BAYER vorgelegten Studie (J. Pauluhn ,Pyrethroide im Hausstaub - Vorgehensweise bei der Quantifizierung gesundheitlich bedeutender Parameter und deren toxikologischer Bewertung") wird vorgerechnet, daß Pyrethroide bis zu einem Gehalt von 5.000 ppm im Hausstaub völlig ungefährlich seien (ppm = parts per million, entspricht 5 Promill). Solche hohen Konzentrationen finden sich im Hausstaub auch in extremen Fällen nicht, das BgVV (Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, ehemals Bundesgesundheitsamt) nennt einen Wert von 1 ppm als den Richtwert zur Unterscheidung von sachgemäßer und nicht sachgemäßer Anwendung dieser Insektizide.

Das Papier von BAYER wurde auf einem Kolloquium zur Pyrethroidproblematik 1995 in Berlin vorgestellt und allgemein akzeptiert.

Es spielt bis heute bei Schadensersatzprozessen eine zentrale Rolle, etwa für die Verteidigung von Schädlings-Bekämpferfirmen.

Oberflächlich gelesen wird in der Studie aus einem Tierversuch eine Wirkschwelle ermittelt, daraus mit einem Sicherheitsabstand von einem Faktor 10 eine allgemein verträgliche Atemluftkonzentration bestimmt und daraus schließlich unter Zuhilfenahme von üblichen Staubgehalten in Innenräumen der Unbedenklichkeitswert von 5.000 ppm errechnet. Darüber hinaus wird noch in einem weiteren Experiment die Transferrate bestimmt, die angeben soll, wieviel eines Pyrethroids (Cyfluthrin) aus einem normal behandelten Teppich bei starker Beanspruchung in die Raumluft gelangt. Die Wahl von Cyfluthrin aus der großen Palette der Pyrethroide wird damit begründet, dass es sich dabei um das giftigste Pyrethroid handelt. In diesem Sinne wurde das Papier auch von diversen Autoren in Zeitschriften dargestellt.

Für die wissenschaftliche Bestimmung einer lebenslang verträglichen Dosis benötigt die Toxikologie üblicherweise einen Langzeittierversuch (2 Jahre) zur Bestimmung der chronischen Wirkschwelle, um Speicher- und Zermürbungseffekte mit einzubeziehen. Diejenige Versuchsreihe, die keinen Effekt mehr zeigt, legt den No Effect Level (NOAEL = No Adverse Effect Level) fest. Mit einem mehr oder weniger willkürlichen Sicherheitsfaktor von mindestens 100 - ein Faktor 10 für den Unterschied der Spezies und ein Faktor 10 für die Unterschiede der Individuen einer Spezies - oder 1000 (wie bei Dioxin) wird dann der ADI-Wert (acceptable daily intake) errechnet.

Der Tierversuch bei BAYER dauerte jedoch nur 80 Minuten. Die Tiere zeigten trotzdem sofort einsetzende Reaktionen. Eine solche Akut-Reaktion erfolgt nur bei einer sehr hohen Schadstoffkonzentration. Aber auch eine um Zehnerpotenzen niedriger liegende Wirkkonzentration kann noch nach Jahren zu chronischen Effekten führen. In der Studie wird von vornherein zum einen ein zu niedriger Sicherheitsfaktor angesetzt und zum anderen das hohe Belastungsniveau einer sofortigen Reaktion zur generellen Bemessungsgrundlage gemacht.

Die errechnete ,maximale tolerierbare Grenzkonzentration von 10 µg Cyfluthrin/m3 Luft" beinhaltet einen um 10-100 zu niedrigen Sicherheitsfaktor und ist darüber hinaus erfahrungsgemäß um etwa einen weiteren Faktor 100 zu hoch für chronische Belastungen. Nach diesem Korrekturansatz ergäbe sich eine möglicherweise tolerierbare Luftkonzentration für die lebenslange Belastung von 0,001-0,01 µg/m3 entsprechend 1-10 ng/m3.

 

Grundlage fehlt

Selbst jenes magere Ergebnis, das dem Zwecke einer Unbedenklichkeitserklärung kaum dienlich ist, ist durch die Laborversuche keineswegs abgesichert. Bei allen Versuchen mit dem Pyrethroid zeigten die Ratten Wirkung. Eine im Text eingeführte "Reizschwellenkonzentration (RD0)" wird weder definiert noch berechnet. Sie taucht einfach auf. In der Darstellung schließt sich diese Auswertung des Experiments, also die Einführung einer Reizschwellenkonzentration, nicht einmal unmittelbar an die Darstellung des Tierversuches an. Dann würde es wohl auch dem flüchtigen Leser auffallen. Denn zwischendurch wird über den Transferversuch Teppich => Meßstation => Ratten berichtet.

Diese Gliederung des Textes ist gar nicht von vorneherein zu beanstanden, denn zur Errechnung der maximalen Staubbelastung muß man sowohl die maximal verträgliche Atemluftkonzentration mit Cyfluthrin als auch die maximale Staubbelastung, etwa beim Spielen und Toben, ermitteln. Die Experimente mit Teppich und Bürste bewirken Sofortreaktionen bei den Tieren. Rechnerisch zeigt sich bei einer Kontamination von 20 mg Cyfluthrin/m² Teppich und starker Beanspruchung - z.B. Kinderzimmer - eine derart hohe Luftbelastung, dass alleine auf inhalativem Wege die Grenzwerte der WHO von 10 µg/Tag pro kg Körpergewicht für Deltamethrin um das 4-20fache überschritten wird, wenn man die Beanspruchungsphase (Toben und Spielen) mit 6 Stunden pro Tag in Ansatz bringt. Doch nun eine weitere Überraschung: Die im Versuch eruierte Staubkonzentration wird in die spätere Rechnung nicht eingesetzt, sondern stattdessen veraltete Literaturwerte. Mit den maximalen Staubwerten aus dem Experiment wäre die Grenzkonzentration mit 50 ppm um einen Faktor 100 niedriger ausgefallen.

 

Reizhusten oder chronische Nervenschäden

Doch mit derartigem Schönrechnen hat die Abteilung Inhalationstoxikologie der BAYER AG ihr Klassenziel noch immer nicht erreicht. Sie muß jetzt darstellen, dass diese Ergebnisse auch bei lebenslanger Belastung gelten. Dies wird folgendermaßen gemacht: Es wird einfach festgestellt, daß die Stärke der Reaktion der Versuchstiere linear von der Belastungskonzentration abhängt und diese Wirkung mit der Zeit nicht zunimmt.

Somit spielt nur die Wirkschwelle der Sofortreaktion, nicht aber die Wirkdauer eine Rolle.

Ein solcher Verlauf ist bei Akutreaktionen die Regel. Der Körper steuert zunächst gegen, und die Reaktion nimmt kurzzeitig sogar ab. Dies zeigen auch die Versuche. Bei entsprechend niedrigen Konzentrationen - niedriger als in diesem Experiment - schafft es der menschliche Körper in der Regel, die Symptome für einen gewissen Zeitraum ganz zu unterdrücken.

Um so schlimmer ist nachher der Zusammenbruch. Dieser Mechanismus wird noch verstärkt, wenn die Gifte im Körper gespeichert werden, was bei den Pyrethroiden der Fall ist. Aus diesen Gründen darf eine Unbedenklichkeitsschwelle (ADI-Wert) grundsätzlich nur auf der Basis von Langzeitversuchen abgeschätzt werden. Das BAYER-Papier ignoriert diesen toxikologischen Grundsatz!

Weiter heißt es in der Studie: ,Dosisberechnungen des auf chronischen Fütterungsstudien basierenden ADI-Wertes werden daher für die relevantere inhalative Exposition als nicht zulässig angesehen." Diese Aussage gründet allein auf der Behauptung, der Schwellenwert der Inhalation sei ,der niedrigste". Durch das Wörtchen ,daher" wird so getan, als sei dies eine zwingende Schlussfolgerung des bereits Vorgetragenen. Vergleiche von verschiedenen Wirkschwellen für verschiedene Aufnahmewege wurden jedoch nicht unternommen, die Behauptung ist ähnlich unbefleckt erzeugt worden wie zuvor die Reizschwellenkonzentration.

 

Die Dosisabschätzung - Pfade der Giftaufnahme

Doch mit den beiden dargestellten Übungen Schönrechnen und Umschiffen der Klippe ,chronische Exposition" ist die Sache noch immer nicht wasserdicht. Denn grundsätzlich muß für alle drei Expositionspfade - Atemweg, dermale Aufnahme (Resorption über die Haut) und orale Aufnahme - das Risiko bestimmt werden. Also enthält das Papier auch eine Abschätzung der dermalen und oralen Aufnahme. Nun wird sich der Leser fragen, wie man eine Aufnahme über die Haut und die Ingestion (z.B. Ablecken von Spielzeug, Eintrag der Chemikalien auf die in der Wohnung gelagerten Nahrungsmittel) mit einer rein inhalativen Wirkschwelle vergleichen kann. Die Frage ist berechtigt. Man kann nicht. Auch dieser Teil der BAYER-Studie ist Unfug. Er hat nur den Sinn, schwarz auf weiß dem zu erwartenden Vorwurf zu begegnen, Teile der Risiken seien vernachlässigt worden. Schon die alten Römer wußten: quod est in acta, est in mundo - was in den Akten steht, ist auch in der Welt - sprich: ist existent. Ob der Inhalt Unfug oder Wissenschaft ist, bleibt dann für Öffentlichkeit, Verwaltung und Gerichte ,Expertenstreit".

Beim Nachrechnen finden sich wieder Rechenkünste. Bei der dermalen Aufnahme wird der Transferversuch erstmals herangezogen. Dort ergab sich eine Streuung im Ergebnis von einer Zehnerpotenz . Es wird die untere Transferrate eingesetzt. Doch dies genügt noch nicht. Deswegen taucht in der Rechnung noch ein Faktor ,Bioverfügbarkeit" von 2% auf, der wie gehabt weder definiert noch berechnet wird. Diese Bagatellisierung um den Faktor 500 muß vor dem Hintergrund der Ergebnisse chinesischer Autoren gesehen werden, die der dermalen Aufnahme in Innenräumen eine ganz entscheidende Rolle beimessen. Korrigiert man die hier monierten Fehler, so ergibt sich eine kritische Konzentration für Hausstaub von 17 ppm. Doch dies ist weniger von Belang, da wissenschaftlich ohnehin wertlos. Die so niedergerechnete dermale Dosis soll dem flüchtigen Leser wohl suggerieren, dass die Frage nach dermaler und ingestiver Aufnahme, deren Akkumulation und chronischer Wirkung, unwichtig sei.

Man rechnet die Expositionsdosen passend herunter, verwechselt sie mit den Wirkschwellen und eliminiert so die für die Bewertung der Pyrethroide alles entscheidende Frage nach der chronischen Belastung.

 

Daten und Unbedenklichkeit schließen sich aus

Zusammenfassend kann man sagen, daß es der BAYER AG trotz fleißiger Labortätigkeit nicht gelungen ist, toxikologische Daten zu schaffen, die geeignet wären, eine Unbedenklichkeit von Pyrethroiden im Innenraum auch nur annähernd plausibel zu machen. Im Gegenteil. Der Versuch mit der Teppichbürste zeigt, daß eine so hohe Schadstofffracht entsteht, daß die ADI-Werte der Weltgesundheitsorganisation WHO allein durch die inhalative Aufnahme weit überschritten werden. Diese Daten wurden bei der Dosisberechnung entweder übergangen, wie beim inhalativen Risiko, oder schöngerechnet, wie bei der dermalen Aufnahme. Die Risikobewertung ist letztlich aus der Luft gegriffen. Was hier entwickelt wurde, könnte man als toxikologischen GAU - größten anzunehmenden Unfug - bezeichnen.

Auch die äußere Form zeigt, dass dem Autor angesichts der Daten nur übrig blieb, Verwirrung zu stiften: mit anmaßender Sprache, schludriger äußerer Form und absichtlich chaotischem Aufbau der Argumentation.

Tabellen sind nicht selbsterklärend, Abkürzungen werden nicht erklärt, einzelne Elemente von Tabellen sind völlig unverständlich. Die Darstellung wird immer wieder unterbrochen, was zusammengehört, wird nicht zusammen dargestellt. Ein solch umfassendes Täuschungsmanöver kann kaum adhoc erfunden werden. Man benötigt dafür langjährige Übung und die Möglichkeit, auf eine entwickelte Tradition zurückgreifen zu können, die immer wieder kreativ und damit bewußt gegen besseres Wissen fälscht.

 

Wissenschaft geht in die Irre

Falsche Daten haben in der Wissenschaft bekanntermaßen ein langes Leben. Berühmt wurde jener Tippfehler in der Kommastelle für den Eisengehalt von Spinat, entnervte Mütter wissen ein Lied davon zu singen. Das war sicher kein böser Wille. In der Umweltdebatte finden sich oft überraschend hohe ubiquitäre (also allgegenwärtige) Hintergrundswerte: "Ein alter Toxikologentrick übrigens. Man verzichtet auf die risikoreiche Manipulation der Meßwerte und sorgt stattdessen durch eine entsprechende Zusammensetzung des Kontrollkollektivs für eine handfeste Hintergrundbelastung", wie der Staatsanwalt des Holzschutzmittelprozesses in seinem Buch berichtet. Die Landesämter für Umweltschutz nehmen zur Bewertung von Dioxinmeßwerten als ,Hintergrundbelastung" notorisch jene drei Werte, die in Nordrhein-Westfalen in der Nähe von Großemittenten gemessen wurden. So gelten in der Verwaltung 5-15fach erhöhte Werte als Hintergrundbelastung (100-300 statt 20 fg TE/m3).

Auch darin ist das Papier von BAYER ,innovativ". Für die Grenzkonzentration der Luftbelastung von 10 µg/m3 wird nur ein Sicherheitsfaktor von 10 eingesetzt. Später bei der Berechnung der Grenzbelastung für Stäube von 5.000 ppm wird ,großzügig"' ein weiterer Faktor 10 eingebracht, so kann niemand behaupten, der Sicherheitsfaktor betrüge nur 10. In Richtlinien werden manchmal Staub- und Luftproben verlangt. Gesetzt den Fall, in einer Richtlinie würde ,zur Sicherheit" ein Staubgehalt von 500, 50 oder gar ,nur" 5 ppm als Anhalt für Handlungsbedarf genommen, Sanierung oder gar Schadensersatz aber von einer Überschreitung des Luftwertes von 10 µg/m3 abhängig gemacht, so würde in den allermeisten Fällen Sanierung oder Schadensersatz versagt.

Mit hoher Sicherheit sind viele Daten, an denen wir uns derzeit orientieren, falsch. Waren alle Personen gesund, deren Daten für die Hintergrundbelastung und die daraus abgeleiteten Referenzwerte verwendetet wurden? Sicher nicht. Wir haben eben gelernt, dass selbst wissenschaftlich sterile Laborwerte nicht nur nicht stimmen, sondern um mehrere Spinateinheiten verschoben werden können. Wer heute blauäugig Forschung fordert, sollte wissen, dass die Überprüfung alter Daten möglicherweise viele angebliche ,Unsicherheiten" klärt.

Dieses schiefe Bild ist Absicht. Es ist nicht nur die Trägheit des Wissenschaftsapparates, dass ex catedra das Wissen von vorgestern gelehrt wird.

Dies wird gesteuert mit Geld und Würden. Letztendlich ruiniert ein ganzer Fachbereich seine Glaubwürdigkeit.

 

Anmerkung der Redaktion: Dr. Tino Merz ist Chemiker und arbeitet als Gutachter in den Bereichen Umwelterkrankungen, Müllverbrennung und Risikobewertung von Umweltproblemen

Quelle: Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V., Postfach 150418, 40081 Düsseldorf, Tel: 0211-333911, eMail: CBGnetwork@aol.com

 

 


 

Gesundheitsreform "Die Nächste"

Christian Zehenter

 

Bereits am 01.01.99 ist mit dem Solidaritätsstärkungsgesetz die erste Phase der Gesundheitsreform der neuen Bundesregierung in Kraft getreten.

Zwei Hauptziele prägen die Reform: Die Änderungen der "Privatisierungsreform" 1997/98 der alten Bundesregierung rückgängig zu machen und verstärkt Kosten einzusparen.

Bereits hier wird der Widerspruch zwischen Erweiterung von Ansprüchen gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und Kürzungen von Ausgaben deutlich.

 

Die Änderungen konkret:

 

Zahnersatz: Nach einem Jahr privater Abrechnung mit Festkostenzuschuß wird Zahnersatz (Kronen, Brücken, etc.) wieder nach dem Sachleistungsprinzip zwischen Zahnarzt und Krankenkasse abgerechnet.

Der Patient hat hierbei einen prozentualen Eigenanteil zu tragen, der sich nach der Prophylaxe (Bonusheft) richtet und 40-50 % beträgt (Härtefall-Regelung: kein Eigenanteil).

Für Patienten bringt dies eine deutliche Verbesserung, da zum einen – insbesondere bei aufwendigeren Versorgungen - geringere Kosten anfallen und zum anderen durch öffentliche Kontrolle die Wild-West-Verhältnisse privater Abrechnung beendet werden.

Der frühere Minister Seehofer war im Juli 1998 mit dem Vorwurf überhöhter privater Abrechnungen sogar an die Öffentlichkeit und vor Gericht gegangen, obwohl er 1997 selbst die Grundlage geschaffen hatte.

Auch nach 1978 Geborene haben zukünftig Anspruch auf Zahnersatz.

 

Senkung der Zuzahlungen:

 

Statt wie 1998 9,- DM, 11,- DM und 13,- DM betragen die Zuzahlungen zukünftig je nach Packungsgröße 8,- DM (N1), 9,- DM (N2) und 10,- DM (N3).

Die Zuzahlungen für Arznei-, Verband- und Heilmittel sollen in einem Jahr nicht mehr als 2 % des Bruttoeinkommens betragen, bei chronisch Kranken 1%. Wenn über 1 Jahr mindestens 1 % (der Bruttoeinkommens) an Zuzahlungen getragen wurde (Nachweis notwendig !), sind chronisch Kranke vollständig von der Zuzahlung befreit.

Dies stellt insbesondere für chronisch Kranke eine Verbesserung dar, wobei die Schwelle im Einzelfall hoch angesetzt ist (z. B. 500,- DM/Jahr) und weitere soziale Verhältnisse (Familie, Ausgaben) nicht berücksichtigt werden.

 

Aufhebung der "Teilkasko-Regelung":

 

Die durch die Spargesetze geschaffene Möglichkeit, Eigenanteile und Beitragsrückzahlungen bei Leistungsverzicht einzuführen, wurde wieder zurückgenommen.

Diese Elemente privater Versicherungen (z. B. Kfz) verstoßen gegen das Prinzip des Sozialstaats (GG Art 20), "daß Gesunde für Kranke und Junge für Alte einzustehen haben" (DAK, 1999, 10).

Auch die Wahl zwischen Kostenerstattung (Privatvertrag mit dem Arzt) und Sachleistung (Vertrag zwischen Arzt und GKV) wurde zurückgenommen.

 

Budgetierung:

 

Da all diese Maßnahmen zu erheblichen Mehrausgaben führen, soll noch mehr als bisher durch Budgetierung eingespart werden, nämlich allein z.B. im Bezirk Nordwürttemberg 130 Millionen DM.

Daher ergibt sich für die Patienten unter dem Strich, daß Leistungen zwar nun günstiger sind, jedoch seltener gewährt werden.

Der Chef der kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg Baumgärtner teilt hierzu diplomatisch mit: "Es ist davon auszugehen, daß die Patienten die Veränderungen spüren werden, und es wird unsere Aufgabe sein, die Patienten innerhalb der politischen Vorgaben ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich zu behandeln." (Baumgärtner, 1999, 1)

Durch die Budgetierung kann beispielsweise ein Allgemeinarzt einem Patienten monatlich nur noch Arzneimittel für 42,- DM und Heilmittel für 6,- DM verordnen (Heilmittel: z. B. Krankengymnastik, Massage, logopädische Behandlung, etc.)!

Als weitere Folge der Sparmaßnahmen kündigt Baumgärtner den zwangsläufigen Einsatz von Billigpräparaten ("Generika") an. Außerdem solle als Ersatz für Heilmittel verstärkt auf sportliche Betätigung, Änderung der Ernährung und Lebensführung sowie Selbstanleitung zurückgegriffen und die Verordnungen stark eingeschränkt werden.

Eine Patienteninformation für Arztpraxen teilt mit: "Es ist also wahrscheinlich, daß ich Ihnen bestimmte Arzneimittel oder Heilmittel nicht mehr verschreiben kann. Es kann auch sein, daß ich Ihnen andere als gewohnte Medikamente verordnen muß, weil sie ganz einfach preiswerter sind." (KV-NW, 1999)

Da dies in der Praxis nicht ausreichen wird, wird sich besonders ein Weg etablieren: Das Privatrezept.

Auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung teilt in einem Positionspapier mit, daß die Sorgfaltspflicht und die Berücksichtigung des wissenschaftlichen Fortschritts in der Zahnmedizin aufgrund der Sparmaßnahmen und nicht leistungsgerechten Honorierung nicht mehr möglich seien. Vorstandsmitglied Dieter Krenkel spricht sogar von einer Zerstörung der betriebswirtschaftlichen Basis der Zahnärzte und einer Verstaatlichung des Gesundheitssystems (Deutsche Zahnarztwoche, 8/99, 4).

Das Solidaritätsstärkungsgesetz 1999 ist lediglich ein Vorschaltgesetz für die Strukturreform 2000, in der unter anderem eine – längst überfällige – Positivliste für Arzneimittel, eine "kontrollierte freie Arztwahl" und in der Zahnmedizin eine stärkere Qualitäts- und Preiskontrolle sowie eine stärkere Förderung der Zahnerhaltung vorgesehen sind. Im Rahmen eines "Globalbudgets" der Krankenkassen sollen die Ausgaben durch Kontrolle der Leistungen den Einnahmen angepaßt werden.

Da Krankenkassen ankündigen, selbst durch die aktuellen Sparmaßnahmen die Kosten nicht decken zu können, wird sich die Privatisierung von Medizin und Zahnmedizin so lange fortsetzen, bis tatsächlich strukturelle Veränderungen im Gesundheitssystem umgesetzt werden.

Nach wie vor ist den Patienten kaum bewußt, daß Zahnersatz, Arzneimittel und Heil- und Hilfsmittel zusammen auch vor der Gesundheitsreform 1997/98 nur etwa 21 % der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen ausmachten, während die Krankenhausbehandlung mit 33 % den größten Posten darstellt (BMA, 1996, 208). Und gerade in der Krankenhausbehandlung wären durch eine weniger starre Personalpolitik, effizientere Arbeitsstrukturierung und fachliche Überprüfung der Leistungen erhebliche Einsparungen möglich, die nicht zu Lasten der Versicherten gehen.

Wenn die Belegung eines Bettes im Krankenhaus bis zu 1.500,- DM pro Tag kostet, ist es den Patienten unverständlich, daß sie dort tagelang nicht oder nur zögerlich behandelt bzw. untersucht werden und gleichzeitig mit diversen zweistelligen Beträgen das Gesundheitssystem entlasten sollen.

Vor allem im Krankenhaussektor, aber auch in der ambulanten Behandlung sind strukturelle Veränderungen - gerade im Bereich der Informations- und Personalpolitik, Kommunikation und Qualitätssicherung – längst überfällig.

Ohne diese, natürlich genauer zu definierenden Neuerungen wird die bisherige Politik der Nadelstiche lediglich Schaden anrichten, da sie eine neue Situation mit alten Maßnahmen zu korrigieren versucht.

Bedenkt man, daß die Hälfte (49 %) aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 25 % auf Tumorerkrankungen zurückzuführen sind – also zu großen Teilen durch Vorsorgemaßnahmen vermeidbare Leiden, so wirkt die Diskussion um die Finanzierung grotesk.

Unser alternatives Sparmodell: Schadstoffe und Streßfaktoren vermeiden und Bewegung fördern.

Letztlich fragen sich die Patienten angesichts der jährlichen Ausgaben für den Gesundheitssektor von rund 500 Milliarden (!) DM vor allem eines: "Was geschieht denn mit unserem Geld ?"

 

Literatur

 

 

 


 

Patientenbericht Teil 2

Thorsten W.

 

Es folgten viele Beobachtungen in dieser zweiten Phase meines Lebens. Meine Sauerstoffversorgung war schlecht. Mein schlechtes Einschlafen ließ mich nach Mitternacht ins Bett gehen, von Monat zu Monat später. Das Jahr 1991 war durch chronische Müdigkeit gekennzeichnet, auch im Urlaub. Konzentration schlecht, ich wollte oft ausruhen. In 1992 Rückenschmerzen, dauernd Völlegefühl. Ich fühlte mich entweder hungrig oder gleich danach vollgestopft, normal fühlte ich mich nie (Funktion der Leber). Ohrensausen beiderseits auf einer hohen Frequenz. Das muß ich schon Jahre haben. Hab es wohl am Anfang nicht wahrgenommen. Sehen: das Gesichtsfeld ist links etwa zur Hälfte trüb, als ob ein Schleier auf dem Auge liegen würde. Waschen hilft nichts. Das trägt zur Verunsicherung bei. Noch schlimmer war ein Flimmern vor den Augen, als ich an der Schreibmaschine saß. Ich konnte weder die Tasten erkennen noch den angefangenen Geschäftsbrief. Wie ein Schneegestöber. Nach zehn Sekunden Warten läßt die Erscheinung allmählich nach! Wenn das beim Autofahren vorkommt...? Dann muß ich rechts ran. Das Leben wird schwieriger. Gelegentlich Stiche unter dem linken Auge. Und wenn ein Auge rot wird, immer das linke!

Und Herzstiche - für den Bruchteil einer Sekunde, aber stark.

Das Gedächtnis wurde unzuverlässig. Worte standen oft nicht zur Verfügung. Wenn ich einen längeren Satz sagen wollte, mußte ich einen Anlauf nehmen. Erstmal den Satzanfang, dann zurück und das Ganze von vorn! Und ich kontrollierte mich, ob das ein sinnvoller Satz war. Ich konnte mir selbst nicht mehr trauen.

Sommer 1992: Schwellungen im Mund, beiße mir auf die Zunge, das kam doch früher nicht vor. Gelenkschmerzen und ich werde steifer. Fällt mir auf, den andern fällt es z.B. beim Tanz auf.

Herbst 1992: Unverträglichkeit von Quark, Joghurt; hab mein Leben lang viel Milch getrunken.

Harnzwang: renne wie gejagt aufs Klo, aber dann kommen nur ein paar Tropfen. Seltsam. Blähungen wurden so häufig, daß sie die Arbeit ständig unterbrachen. Arbeiten termingerecht fertigstellen fiel mir schwer.

Hatte nur Energie, wenn ich etwas aß.

Meine Bewegungen wurden die eines alten Mannes. Wenn ich mich drehte, drehte sich der Oberkörper, dann der Unterkörper. Wie eine Holzpuppe. Keine flüssigen Bewegungen des Körpers mehr.

Die Treppe schnell hinuntergehen konnte ich nicht mehr. (Koordination) Alterten die andern Menschen auch so schnell? Der Rentner, der mir das Zimmer vermietete, rannte die Treppe rauf und runter wie ein Wiesel. Und er war fast zwanzig Jahre älter! Also konnten es die Umweltgifte nicht sein, meine Entwicklung war eine Sonderentwicklung.

Der Druck in der Stirn nahm zu. Zum Aufwachen brauchte ich zwei Wecker und einen Radio. Ich konnte mich auf mein Kurzzeitgedächtnis nicht verlassen, notierte also viel auf Zetteln. Ich bekam leicht Muskelkater und war fast impotent. Das letztere erschien mir allerdings logisch: wenn das Gehirn bedroht ist, stellt der Körper solch einen Luxus ein. *7) Der Haarausfall wurde stärker, das kannte ich aus meiner Studentenzeit. Ich alterte im Monat etwa so wie andere in einem Jahr!

Ich konnte nun meine Lebenserwartung abschätzen. Das hielte ich keine zwei Jahre mehr aus. Gedanken an den Tod lagen nahe. Wie wird er kommen? Wenn ich nachts in Atemnot das Fenster aufriß, wußte ich’s: Tod durch Ersticken. Atemnot bedeutet auch, daß das Gehirn unterversorgt wird. Entsprechend miserabel waren auch meine Gedächtnisleistungen. Seit wann ging es mir so schlecht? Ich stieß stets auf den Tag mit der pelzigen linken Gesichtshälfte und dem hohen Druck im Oberkiefer ! Und dem Neuling Edelmetall ! KRISE (Krise bedeutet nichts anderes als Wende, und die erwartete ich für das kommende Jahr - entweder Dämmerzustand oder Hilfe ...)

Monatelang trug ich einen Artikel der Stuttgarter Zeitung mit mir. Ein Toxikologe hatte in e.Vortrag vor Amalgam gewarnt. Ich ließ mir von der Amalgamberatungsstelle Stgt. ein INFO kommen, Jan. 1993.

Noch nie hatte ich etwas gelesen, was so genau meinen Körper und meine Gesundheit beschrieben hätte! Von den angeführten 50 Symptomen hatte ich etwa die Hälfte. Dazu konnte ich noch ein Symptom ergänzen, das ich für mich als "Echoeffekt" bezeichnete. Nach dem Singen im Chor dröhnten mir montags, also einen Tag später, die Melodien im Kopf, zumindest wenn es um mich still war.

Mein Entschluß war sofort klar: ich werde den Urintest auf Quecksilber machen! Ich verlangte von meinem Hausarzt den Test und er erklärte ohne Umschweife das Verfahren (und daß die Krankenkasse den Test nur bis 1992 gezahlt hatte). Mir blieb der Kampf mit einem spöttischen oder unwissenden Arzt erspart! Die DMPS-Spritze ( selbst besorgt, Bestellzeit ein Tag) bekam ich intravenös, 9 Uhr nüchtern *8) Benutzt wurde ein Labor von gutem Ruf. Als ich nach Tagen die Werte abfragte, hatte ich erstmal an der Erklärung des "Kreatinin" zu kauen. Ich schrieb die Werte mit und erkannte, daß ich kräftig über dem Grenzwert lag!

URIN II 127 µg Quecks. pro g Kreatinin, Grenzwert 50 µg Kupfer 860 µg/ g Kreatinin, ‘’ 500 µg,

Obwohl wir uns im Mikrokosmos bewegen und trotz der Fremdworte hätte der Arzt eine klarere Sprache verwenden können: "Mann, Sie haben ins Schwarze getroffen!" So war nämlich mein Glücksgefühl und Stolz. - Seine Therapie waren Zinktabletten. Keine Frage nach den Symptomen, das wunderte mich. Ich hätte erwartet, daß der Hausarzt mich ein Dutzend Symptome notieren läßt und sie deutet, teils organisch, teils schwermetallbezogen. Und mir falsche Zuordnungen nachweist. Nein, nichts... Ich selbst schätze, daß meine Trefferquote "Kausalität" höchstens bei 90 % liegt. --- Die sofortige Wirkung der DMPS-Spritze war, daß der Druck in der Stirn am gleichen Tag nachließ! Mir ging mein schlechter Zustand und die hohen Werte durch den Kopf und das kriminelle daran. Das war Körperverletzung. Ich verlangte und erhielt eine Kopie des Testbefundes. Ich sammelte Beweise für einen Prozeß gegen einen Amalgamhersteller! Aber gegen welchen? Man müßte es genau wissen. Obwohl die Klage eingereicht war, mußte ich später abbrechen, da meine Beweislage zu schmal war.

Sanierung im Mund.

Wie konnte ich einen Zahnarzt finden, der eine Sanierung ernst nahm ? Ich hatte Glück. Im Bekanntenkreis trat ein Fachwissen zutage, das bei dem üblichen flachen Geplapper nie ans Tageslicht getreten war. Weiter empfand ich als ermutigend, daß die Zahnärztin sich von mir anleiten ließ, die empfohlenen Schutzmaßnahmen anzuwenden wie z.B. Kofferdam anlegen, was geschickte Hände erfordert! Einige Füllungen ließen sich heraushebeln nach Anbohren. Das spart allen Beteiligten das Einatmen des Staubes, der bei komplettem Zerbohren entstehen würde.

Trotz korrekter Sanierung ging es mir 1993 schlecht. Ich nehme an, daß schon das Vibrieren des Kiefers durch den Bohrer ein gut Teil schuld daran hat, denn das ist eine Problemzone mit vielen Depots, nicht nur

Quecksilberdepots. - Ich war streng genommen nicht arbeitsfähig. Etwa mit Sanierungsbeginn ging mein Arbeitsplatz durch Fusion verloren. So entging ich einer Katastrophe am Arbeitsplatz. Ich war arbeitslos und war dem zermürbenden Streit mit der Schulmedizin um ein Attest enthoben, das die Amalgamkrankheit nennen sollte, die bis heute geleugnet wird! Ich wollte gerne wissen, was schwer Kranke in diesem Punkt mit den Ärzten erleben?!! Ich meine also allen Ernstes, daß das Schicksal es gut mit mir meinte, als es mir für die Phase der Lichtempfindlichkeit, Schreckhaftigkeit und Vergeßlichkeit einige Monate Arbeitslosigkeit verordnete. Da ich meine Lektion gelernt hatte, wollte ich die Sanierung metallfrei durchführen. Mit Kunststoff. Die Ärztin überzeugte mich, daß bei großen Löchern die Kanten nicht stabil genug seien. So kamen wir zu dem Kompromiß: Goldkronen für große Löcher, Kunststoff für kleine. - Ich möchte nicht verfehlen, die sorgfältige Arbeit der Zahnärztin herauszustellen beim Härten mit UV-Licht. Hetze war ein Fremdwort, die Qualität stand an erster Stelle. Doch Gold verhindert die Entgiftung des Kiefers. Weil ich nach Jahren immer noch einen schweren Kopf habe, wünsche ich, ich hätte damals etwas anderes gewählt. ---

Da es mir nach einem halben Jahr und nach Ende der Sanierung (über vier Mte.) besser ging, unternahm ich noch mal den DMPS-Test, um zu beweisen, wie gut es mir ging. Der Beweis (auf den Prozeß gemünzt) gelang. Die Quecksilberwerte waren enorm gefallen, unter den Grenzwert.

Zuvor noch die Zitrone des Jahres 1993: als es mir so schlecht gegangen war, hatte ich einen Neurologen um sein Urteil gebeten. Außer kleinen Untersuchungen zur Symmetrie machte er nur das EEG. Während des EEG war ich in einem Dämmerzustand, weil ich morgens immer sehr lange brauchte, bis ich halbwegs bei mir war. Die Besprechung verlief so: er habe nichts gefunden wie etwa Tumor... ob ich ein Medikament wolle? Da habe ich aufgeschrien, nein! Eine Analyse des EEG wolle ich, das war mir wichtig. Es seien so viele Störwellen über dem EEG, daher könne er es nicht analysieren! Also Verweigerung der Hilfe. Dieser alte Arzt, der doch sicher sein Schäfchen im Trockenen hatte, konnte doch die Wahrheit sagen, auch wenn sie für die Schulmedizin peinlich sein sollte. Worauf sollte er Rücksicht nehmen? Auf Lehrmeinungen aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts? Gehorsame Menschen werden wohl im Alter noch gehorsamer. ---

Die Genesung schritt voran. Die Herzstiche und Rückenschmerzen verschwanden, die Nerven wurden ruhiger, die innere Kälte und Leere morgens blieb weg. Welch ein Hochgefühl, wenn die Nervosität sich legt.

Ich ließ das Zink fallen und nahm/nehme Magnesium. Ein Heilpraktiker bestätigte mir mittels EAV, daß Zink bei mir unnütz oder falsch sei. DMPS-Spritzen ließ ich mir nicht mehr geben, weil ich die Ärzte mied wie vor meiner schlimmen Erkrankung. Dagegen besorgte ich mir (selten) DMPS-Tabletten, die es bis 1996 rezeptfrei gab. Ich mußte feststellen, daß die rechte Körperhälfte schwächer und steifer war als die linke. Die Ursache dürfte in der linken Gehirnhälfte liegen. Diese liegt über jenem Oberkiefer, in dem die Auflösung der unedlen Metalle durch das Edelmetall stattgefunden hat in jener Phase 1991 +1992 + Frühjahr 1993.

Mir ist klar, daß die Metalle langsam und lange wandern, etwa einem Nerv entlang, auch wenn der Zahn /Ausgangsort längst gezogen sein sollte. Bei befürchteten Lähmungen soll man kein DMSA nehmen. Deswegen hab ich es erst vier Jahre nach der Sanierung zu nehmen gewagt. Inzwischen ist die rechtsseitige Schwächung zum Stillstand gekommen oder im Abklingen.

Mein Leben ist zwar nicht normal, aber bei vorsichtiger Lebensweise (kein Alkohol) doch lebenswert.

 

 


 

Ergebnisse der EU-Amalgam-Konferenz

Christian Zehenter

 

Vom 07.-08. Januar 1999 fand in Brüssel die von den Grünen im Europäischen Parlament organisierte Konferenz "Zahnamalgam und Schwermetalle: Risiken für Gesundheit und Umwelt" statt.

Beobachter werten das internationale Kolloquium, an dem mehr als 250 Personen, darunter auch Regierungsvertreter, Zahnärzte, Ärzte und Betroffene, teilnahmen, als Erfolg.

Zahlreiche Studien wurden vorgestellt, die den umstrittenen Zusammenhang zwischen Amalgambelastung und Gesundheitsstörungen, insbesondere Allergien, Störungen des zentralen Nervensystems und des Immun- und Hormonsystems, wissenschaftlich untermauern konnten. So stellten unter anderem Dr. Anke Bauer aus Kiel, Prof. Dr. Gustav Drasch aus München und Dr. Kurt Müller aus Isny ihre Ergebnisse vor.

Dr. Müller berichtete, daß bei Untersuchungen mit SPECT (Form der Hirnszintigraphie) bei 87 % der Patienten mit Verdacht auf Amalgamschädigung eine Minderdurchblutung des Gehirns festgestellt worden sei. Ein Zusammenhang zwischen Zahnmetallbelastung und Nervenzelldegeneration in Großhirnbereichen wurde in der Studie ebenfalls nachgewiesen.

"Die meisten der hier untersuchten Patienten wären zuvor von anderer Seite aufgrund ihrer Symptomatik als psychosomatisch krank eingestuft worden." (Bauer in Zeitung für Umweltmedizin, 2/99, 78)

Neben der Übertragung von Quecksilber aus Amalgamfüllungen der Mutter auf den Fötus wurde die Diagnostik diskutiert, die immer noch stark umstritten ist.

So konnte wiederholt verdeutlicht werden, daß entgegen der Auffassung vieler zuständiger Behörden Blut- und Urinproben allein wenig aussagekräftig sind und darüber hinaus Chelatbildner (z. B. DMPS), Gewebeproben, Speicheltests und neurologische Untersuchungen (SPECT) eingesetzt werden müssen.

Die Grünen (EU-Parlament) schreiben in ihrer Presseerklärung: "Aufgrund der in Luxemburg gehaltenen Vorträge und der verfügbaren wissenschaftlichen Fachliteratur sind die Organisatoren des Kolloquiums der Ansicht, daß politische Initiativen anzustreben sind, die gegenwärtigen Praktiken zu revidieren, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene – und dies auf Basis des Vorsorgeprinzips."

In Schweden, wo bereits seit Beginn des Jahres Amalgam nicht mehr von der Krankenkasse erstattet werden darf, ist für 2001 ein Amalgamverbot vorgesehen.

Mit folgender Erklärung appellieren die Organisatoren der Konferenz an die Öffentlichkeit:

 

"Die Veranstalter des Kolloquiums plädieren für eine programmierte Eliminierung der Anwendung von Amalgam; die offenkundigen Risiken für die Gesamtbevölkerung erweisen sich als schwerwiegend genug. Die derzeit herrschende Ungewißheit innerhalb der Fachwelt kann nicht als Alibi benutzt werden, nichts zu tun.

Sie sind der Auffassung, daß als erster Schritt von den Verantwortlichen im Gesundheitsbereich sehr strenge Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen:

Technische Gegenmaßnahmen:

Einschränkung der Anzahl der Zahnplomben auf Quecksilberbasis;

Keine Kontakte zwischen Zahnplomben auf Quecksilberbasis und anderen Metallteilen im Mundbereich;

Weder die Verwendung von Quecksilber zur Füllung von Zahnwurzeln, noch als Unterlage metallischer Kronen.

Vorsorgliche Gegenmaßnahmen für:

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren;

Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter;

Menschen, die auf Quecksilber und andere Bestandteile von Amalgam allergisch reagieren;

Menschen, die unter verminderter Nierenfunktion leiden;

Menschen, die aufgrund genetischer Veranlagung zu Autoimmunkrankheiten neigen.

Die Veranstalter appellieren an eben diese Verantwortlichen, die Probleme derer, die an Metallvergiftung leiden, wirksam anzugehen und sie finanziell zu unterstützen; dies erfordert das Entfernen des Amalgams, sowie eine effiziente Behandlungsmethode, die zur Entgiftung des Organismus führt.

Des weiteren kritisieren sie die Haltung der Europäischen Kommission, die - im Wesentlichen gestützt auf Überlegungen zur Freizügigkeit medizinischer Produkte - die Verwendung von Zahnamalgam erlaubt. Weder waren in der von GD III eingesetzten Ad-hoc-Gruppe, beauftragt einen Bericht über die Amalgamproblematik zu erarbeiten, Toxikologen und Immunologen vertreten, noch wurde dem Prinzip der Vorsorge in ihrer Arbeit Rechnung getragen.

Die Veranstalter bedauern auch, daß keine Vertreter der GD XI (Umwelt) am Kolloquium teilnahmen, wo doch die Verschmutzung der Umwelt durch Quecksilberabfälle in nicht unerheblichem Umfang von der Zahnmedizin herrührt - was wiederum nur die Vorteile einer Eliminierung des Amalgams glaubhafter macht.

Sie fordern deshalb eine Ausweitung der von GD III durchgeführten Studie und eine Überarbeitung der Richtlinie 93/42/EWG in der Art, den Marktzugang für zahnärztliches Material strengeren Kriterien zu unterwerfen. Tests über die längerfristige Umweltverträglichkeit müssen zwingend vorgeschrieben sein, um kanzerogene, neurologische, mutagene, teratogene, allergologische, oder Autoimmun-Effekte auszuschließen.

Abschließend fordern die Veranstalter eine Intensivierung der Forschungsarbeit mit dem Ziel, Alternativen aufzuzeigen, die bei einem zufriedenstellenden Preis-Leistungsverhältnis größtmögliche Umweltverträglichkeit gewährleisten."

 

Es bleibt zu hoffen, daß Gesundheitsministerin Fischer, die bisweilen eine weitgehend andere Auffassung zur Amalgamproblematik vertritt, die Rufe ihrer Kollegen im europäischen Parlament erhört und zeigt, daß die Grünen ihre eigenen Appelle ernst nehmen, auch wenn sie Entscheidungsbefugnisse haben.

 

Quelle: Paul Lannoye, Green Group, Pressemitteilung vom 19.01.1999

 

 


 

PCP-Werte bei 16 % der Bevölkerung erhöht

Christian Zehenter

 

Wie das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Uni-Klinik Freiburg berichtet, leiden rund 16 % der Patienten an einer erhöhten PCP-Belastung (Pentachlorphenol).

Ursache ist eine zum Teil Jahrzehnte zurückliegende Behandlung von Holzflächen im Innenraum mit dem seit 1989 verbotenen neurotoxischen Fungizid ("Pilzgift") PCP.

Obwohl die Halbwertszeit offiziell mit 6 Jahren angegeben wird, ist in der Praxis solange von einer erhöhten PCP-Exposition auszugehen, solange die Holzflächen nicht entfernt oder fachmännisch abgehobelt wurden, also auch z. B. nach 30 Jahren (Lacour, Zunder, Dettenkofer, 1999, 24).

Daß das deutsche PCP-Verbot den Verbraucher nicht ausreichend schützt, zeigt die Tatsache, daß aus dem Ausland eingeführte Lederwaren (diese machen einen Großteil aller Lederwaren aus) systematisch mit PCP behandelt wurden.

Vom Kauf von Möbeln-, Taschen oder Kleidung aus Leder, für das keine PCP-Freiheit nachgewiesen und garantiert werden kann, ist also dringend abzuraten.

Das Institut für Umweltmedizin schreibt: "Mit der Verwirklichung der Währungsunion der EU ist u. U. mit einer Öffnung des deutschen Binnenmarktes für PCP-haltige Holzschutzmittel zu rechnen." (Lacour, Zunder, Dettenkofer, 1999, 24)

Dies zeigt, daß die bisherigen Erfolge in der Bekämpfung des Holzschutzmitteleinsatzes nur relativ zu sehen sind und weitere Machtkämpfe zwischen Marketing- und Verbraucherinteressen zu erwarten sind.

 

Grenz- und Normalwerte für Pentachlorphenol (PCP):

 

  1. Referenzwert Vollblut/Serum: 15-20 mg/l
  2. HBM-I-Wert Vollblut/Serum: 40 mg/l (erhöhte Belastung)
  3. HMB-II-Wert Vollblut/Serum: 70 mg/l ("offizieller Handlungsbedarf")
  4. Raumluft (bei 10 Stunden geschl. Fenster): < 5 – 25 ng/m3
  5. Hintergrundbelastung (Außenluft): < 1 ng/m3, in Ballungsgebieten: < 10 ng/m3
  6. Grundwasser: < 800 ng/l
  7. Holz (unbehandelt, 2mm): < 0,1 - 5 mg/kg
  8. Hausstaub: < 5 mg/kg
  9. Leder/Textilien (unbelastet): < 0,1 mg/kg

 

Analysen führen medizinische und chemische Labors durch, die in jeder größeren Stadt ansässig sind. Adressen können auch bei Vereinen und Beratungsstellen erfragt werden.

Wie auch das Freiburger Institut betont, sind Meßergebnisse nur in Verbindung mit einer gründlichen umweltmedinischen Anamnese aussagekräftig.

Wie sich in der Praxis zeigt, muß bereits der Referenzwert ("Normalwert") als Grenzwert herangezogen werden, da rund 2/3 der nachweislich PCP-belasteten Patienten mit entsprechenden Beschwerdebildern unter den offiziellen HBM-Werten (Human BioMonitoring) liegen.

Da PCP grundsätzlich mit Dioxin verunreinigt ist und sich im Tierversuch als krebserregend erwiesen hat (MAK-Gruppe III A 2), muß die Anwendung für alle Produkte im Innen- und Außenbereich sowie selbstverständlich auch die Einfuhr belasteter Produkte verboten werden.

Wiederum gilt der Grundsatz: Da es durch das Grundgesetz (Art. 1, Art. 2 II) und das Strafgesetzbuch ( 223) neben diversen weiteren Gesetzen natürlich bereits verboten ist, die Gesundheit von Menschen zu schädigen, muß "lediglich" das bereits bestehende Verbot politisch umgesetzt werden.

Die Symptomatik einer PCP-Vergiftung entspricht der typischen Auswirkung vieler neurotoxischer Chemikalien:

 

Mattigkeit, Müdigkeit, Depression, Apathie, Reizbarkeit, Schlafstörungen , Kopfschmerzen, Zerschlagenheit mit innerer Unruhe, Gewichtsabnahme, Leistungsminderung, Gedächtnis- und Gleichgewichtsstörungen, Atemwegs- und Hormonstörungen.

Paradoxerweise werden weder für die Verwendung von Leder noch im Innenraum Fungizide (z. B. PCP) in irgendeiner Weise benötigt (Feuchtigkeit im Innenraum ist ein bauliches Problem).

 

Literatur:

 

Ballschmiter, "Dioxine", 1996

Böse-O’Reilly, S. , "Leitfaden Umweltmedizin", Lübeck, 1997

Bundesgesundheitsamt, "Polychlorierte Biphenyle", Berlin,1983

Gloning et al, "Gift im Wohnzimmer", Frankfurt, 1995

Henschler, D., "Toxikologie chlororganischer Verbindungen", 1994

Lacour, Michael; Zunder, Thomas; Dettenkofer, Markus, "Ist Pentachlorphenol eine unbedeutende Altlast ?" in Medizin und Umwelt, 1/99, 23-25, 1999

Seidel, H. Joachim, "Praxis der Umweltmedizin", Stuttgart-New York, 1998

 

 


 

Kurzberichte

 

 

Cadmium in Wurzelfüllungen

 

Der Verdacht, daß das kautschukähnliche Zahnwurzel-Füllmaterial "Guttapercha" große Mengen Cadmium enthält, wurde durch jüngste Untersuchungen des SPIEGEL bestätigt:

In allen 26 untersuchten Guttapercha-Proben fanden sich deutliche Cadmium-Spuren (mehrere mg/kg) und zwar in solch hohen Konzentrationen, daß der Ulmer Toxikologe Prof. Hans Uwe Wolf eine Überschreitung der maximal zulässigen Cadmium-Aufnahme (ADI) in Betracht zieht.

Man weiß weder, wozu Cadmium in Wurzelfüllungen gut sein soll, noch, wo es herkommt. Als wahrscheinlichste Quelle kommen giftige Farbstoffe in Betracht, die bei einer Reihe von gelblich-farbenen Dentalprodukten zum Einsatz kommen.

Peinlich ist, daß nicht die zuständige Prüfstelle, sondern der SPIEGEL den Mißstand zutage förderte und die Materialien außerdem mit dem Aufdruck "cadmiumfrei" versehen waren.

Es kann nur spekuliert werden, welche Produktmängel noch zukünftig bei vergleichbaren Medizinprodukten angesichts der mangelhaften Prüfung auf diese Weise bekannt werden.

Wie der SPIEGEL in der Ausgabe 46/98 berichtet, entschuldigt der Geschäftsführer des Konstanzer Herstellers Dentsply die Angabe "cadmiumfrei" damit, daß bis vor einigen Jahren das Tausendfache an Cadmium aufgrund der Farbstoffe in den Wurzelstiften enthalten war (über 7.700 mg/kg).

Doch gerade von diesem älteren Produkten, die laut Prof. Wolf mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zur einer chronischen Cadmium-Vergiftung führen, "dürften noch viele bei Zahnärzten oder Händlern in den Regalen liegen".

Als vernünftiger Grenzwert gilt heute 1 mg/kg.

Angesichts der extrem hohen Toxizität von Cadmium sollten sich Dentalhersteller und Labors, die trotz ungiftiger Alternativen ohne jede Erfordernis cadmiumhaltige Farbstoffe einsetzen, fragen, wo Schlamperei endet und fahrlässige Körperverletzung beginnt.

In jedem Fall ist die Frage bei einem Farbstoff für Wurzelfüllungen eindeutig zu beantworten.

 

Erster Durchbruch im Zivilrecht für Amalgamschäden

 

Vor Sozialgerichten konnten bereits eine Reihe von Betroffenen erfolgreich die Kausalität von toxischen Schäden durch Amalgamfüllungen belegen und die Kostenerstattung durch die Krankenkasse erwirken.

Im Straf- und Zivilrecht sind aufgrund der politischen Bedeutung erheblich langsamere Fortschritte zu verzeichnen.

Nun konnte ein betroffenes Ehepaar vor dem Oberlandesgericht Schleswig in einem Schadensersatz-Prozeß gegen Degussa den ersten Durchbruch erzielen, indem das vorangegangene ablehnende Urteil des Landgerichts aufgehoben und zurückverwiesen wurde.

Die Richter am Oberlandesgericht halten eine Kausalität, das heißt eine toxische Schädigung der Kläger durch das Amalgam des Herstellers durchaus für plausibel und weiterhin verhandlungswürdig.

Obwohl die Entscheidung keiner Verurteilung des Herstellers gleichkommt, stellt sie nach den aktuellen Informationen die erste positive Entscheidung in Zivilverfahren bei Amalgamschäden dar.

Auch vor dem Bundessozialgericht wird derzeit ein Präzedenzfall verhandelt, der ebenfalls die Weichen für die weitere Rechtsprechung stellt.

Über beide Verfahren wird im nächsten Umweltgift-Report ausführlich berichtet.

 

Asthma nimmt weltweit zu

 

Wie im Vorfeld des ersten internationalen "Welt-Asthma-Treffens" in Barcelona berichtet wurde, werden weltweit jährlich 150 Millionen neue Asthma-Erkrankungen festgestellt. Zwischen 1966 und 1971 hat sich in der EU-Staaten die Rate laut einer Studie der US-Forscherin Sonja Bulst verdoppelt.

Wie der belgische Mediziner Paul Vermeire nachwies, leiden die Bewohner in Innenstädten häufiger an Asthma als in Randgebieten.

ATOP, 1/99, 39

 

Null-Liter-Auto

 

Da die größte Schadstoffquelle im Außenbereich in Deutschland der Autoverkehr darstellt, lassen sich hier auch am meisten Schadstoffe vermeiden. Paradoxerweise sind im Straßenverkehr Verursacher und Opfer identisch, da –abgesehen von Kindern (niedrige Atemhöhe) und Anwohnern – der Autofahrer selbst der höchsten Belastung ausgesetzt ist.

Neben Benzol, Stickoxid, Schwermetallen und giftigen organischen Schadstoffen stellt Dieselruß eine erhebliche Gefahr dar und ist für chronische Lungenerkrankungen bis hin zu Lungenkrebs mitverantwortlich. Ein Dieselfahrzeug produziert 50mal so viel Ruß wie ein "Benziner".

Eine neue Serie Solar-Mobile mit einer Reichweite von 80 km, 90 km/h Höchstgeschwindigkeit und rund 250,- DM Stromkosten pro Jahr stellt der Diplom-Ingenieur Jürgen Werner vor.

Rund 40.000 DM kostet ein "Null-Liter-Auto".

Information: Umwelttechnik Werner, Luppach-Str. 18, 72 116 Mössingen, Tel. 07473/948533, Fax 948530

 

BSE durch Insektizide verursacht ?

 

Obwohl die Creutzfeld-Jakob-Krankheit zur Zeit auf Prionen, also Protein-Partikel, zurückgeführt wird, die wiederum für die Rinderseuche BSE verantwortlich gemacht werden, ist der Zusammenhang keineswegs eindeutig geklärt.

Moshammer, Wien, stellt in der Zeitschrift "Medizin und Umwelt" eine These vor, nach der das als Insektizid bei Rindern angewandte Phosmet für die Krankheit verantwortlich sein soll. Phosmet ist ein fettlösliches Organophosphat, mit dem in England vor allem in den 70er- und 80er-Jahren die Haut der Rinder gegen Parasiten behandelt wurde.

Unter anderem sprechen die nachgewiesene Neurotoxizität, der zeitlicher Zusammenhang (5-10 Jahre Inkubationszeit) und der Prionen-ähnlicher Wirkmechanismus von Phosmet für einen Zusammenhang.

Moshammer schreibt: "Gleich, ob BSE nun Folge einer infektiösen Speziesübertragung oder einer chronischen Insektizid-Vergiftung ist: (...) Hier scheinen Interessen der Nahrungsmittel- und Chemischen Industrie mit der Hybris einer ihrer selbst zu sicheren Wissenschaft gemeinsam festlegen zu wollen, welche Risiken akzeptabel sind oder gar, wo überhaupt Risiken zu befürchten sind." (Moshammer, 1999, 4)

Da die Creutzfeld-Jakob-Krankheit bereits verschiedenen Ursachen, von einer latenten Virusinfektion ("slow virus") bis zur chronifizierten Masern-Infektion, zugeordnet wurde, stellt die Prionen-Theorie lediglich ein weiteres Erklärungsmodell dar.

Eine chronische Vergiftung kommt als Ursache jedoch ebenfalls in Frage.

Symptomatik der Creutzfeld-Jakob-Krankheit: Gedächtnis-, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, erhöhte Reizbarkeit, Kopfschmerz, Schlafstörungen, Demenz (Hirndegeneration), Bewegungsstörungen, Krämpfe.

Die Krankheit wird zur Zeit mit einer Häufigkeit von 1-2 Fälle pro 1 Mio Einwohner angegeben.

 

Spanplatten nach wie vor formaldehydbelastet

 

Besorgten Kunden wird in Baumärkten und Möbelhäusern überzeugend versichert, neuere Spanplatten enthielten kein oder nur noch unbedenkliche Mengen Formaldehyd.

Daß dies nichts mit der Realität zu tun hat, belegte die Zeitschrift "Öko-Haus" durch aktuelle Testergebnisse:

Von 16 getesteten Spanplatten (Synonyme: "Preßholz" oder "Preßspan") gaben 7 mehr Formaldehyd ab, als es die Chemikalien-Verbotsverordnung nach dem offiziellen Prüfverfahren zuläßt. Alle Platten lagen über dem von der WHO empfohlenen Wert.

(ATOP 1/99, 5)

Da erhebliche Recycling-Anteile in Spanplatten enthalten sind, läßt sich die Formaldehyd-Emission praktisch nicht kontrollieren.

Hinzu kommt, daß infolge der Formaldehyd-Beschränkung als Ersatz-Leime Isocyanate und Phenolharze zum Einsatz kommen, die in ihrer neurotoxischen Wirkung Formaldehyd sogar noch übertreffen.

Daher ist aus umweltmedizinischer Sicht weiterhin ein Verzicht auf Spanplatten bzw. deren Entfernung zu empfehlen.

 

Bald einheitliche Vertretung von Umweltmedizinern möglich ?

 

Die Umweltmedizin verfügt als sehr junge Disziplin noch über keine einheitliche Ausbildung und Interessenvertretung.

Was viele Patienten übrigens nicht wissen: "Umweltmedizin" ist keine Facharztdisziplin (wie z. B. Dermatologie oder Pneumologie), sondern eine Zusatzbezeichnung für Ärzte, die in einem Kurs ohne Prüfungsleistung erworben wird – wie z. B. auch "Arzt für Naturheilkunde".

Die tatsächliche Qualifikation des Umweltmediziners ist also stark von seiner persönlichen Erfahrung und seinem Engagement abhängig.

Dementsprechend existiert bislang noch keine einheitliche Form der Ausbildung.

Da die Umweltmedizin praktisch aus der konservativen Arbeitsmedizin und Hygieneforschung entstanden ist, wird sie von vielen Ärzten und Instituten nicht als eigenständige Fachrichtung, sondern quasi als umweltmedizinische Arbeitsmedizin betrieben.

Da man jedoch einen Patienten mit chronischer Innenraumbelastung nicht wie einen Industriearbeiter nach einem Chemieunfall bewerten kann und in Wahrheit völlig neue Ansätze und Modelle für eine umweltmedizinische Diagnostik und Therapie notwendig sind, haben sich viele niedergelassene Ärzte von ihren vergleichsweise "steinzeitlichen" Kollegen abgegrenzt.

In der Folge entstand 1997 unter Vorsitz des Allgäuer Allergologen und Umweltmediziners Dr. med. Kurt Müller (Isny) der praxisorientierte "Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner", der als Organ die "Zeitung für Umweltmedizin" herausgibt.

Im Gegensatz hierzu steht die universitär ausgerichtete International Society of Environmental Medicine (ISEM), die sich selbst als seriöse Kraft in der Umweltmedizin versteht und die Zeitschrift "Umweltmedizin in Forschung und Praxis" herausgibt.

Klassische Streitpunkte sind unter anderem die Existenz und Bewertung des MCS-Syndroms (Chemikalienüberempfindlichkeit), die Diagnostik und epidemiologische Voraussetzungen.

Natürlich schwächt der Interessenkonflikt die ohnehin schon geringe Interessenvertretung nach außen und die Qualitätssicherung in Fortbildung und Praxis.

Daher nähern sich die beiden Gesellschaften derzeit an und planen, wie Dr. K. Müller mitteilt bereits die erste gemeinsame Tagung. Müller schreibt: "Das Bewahren von Fronten, bei denen die Patienten die Leidtragenden sind, ist auf Dauer kein geeignetes Instrument." (Müller in Zeitschrift für Umweltmedizin, 1/99, 46)

Dr. Müller fordert für die Zukunft der Umweltmedizin die Unabhängigkeit von Gutachtern (keine Bindung an Auftraggeber) und erhöhte Produktsicherheit.

"Es wird nur dann möglich sein, auf diesem sensiblen Gebiet einen Konsens zu finden, wenn es gelingt, verantwortliche Ärzte, zuständige Politiker und Administrationen sowie die Industrie an einen Tisch zu bekommen."

Sollte dieses Vorhaben gelingen, so bestünde die Chance, die praktische Umweltmedizin über ihre bisherige Oppositionsfunktion hinaus stärker in wissenschaftliche und politische Prozesse zu integrieren und somit konkrete Veränderungen umzusetzen.

Wie kurz nach Redaktionsschluß bekannt wurde, verlief das erste Treffen zwischen dbu und ISEM-Vertretern erfolgreich und mündete in einer gemeinsamen Stellungnahme sowie konkrete gemeinsame Vorhaben für die Zukunft.

 

Allergiker- und Umweltgift-Informationen im Internet (Auswahl)

 

Ärzteverband deutscher Allergologen:

Der "ÄDA" informiert unter http://www.aeda.de über Veranstaltungen, den Verein selbst und aktuelle Neuigkeiten. Ein Teil der Homepage ist nur für Mitglieder zugänglich.

Allergie-Service für Fachkreise und Laien:

Die Bencard Allergie GMBH hat unter http://www.Bencard.de einen Informationsservice mit Fachinformationen und Produktlisten sowie angeschlossenen Datenbanken eingerichtet.

ATOP: http://www..atop.de

Bio-Bauernhöfe:

Interessierte können unter www.@llesbio.de die Adressen von ca. 3.500 Bio-Bauernhöfen abrufen, die einem Anbauverband angehören und ihre Produkte direkt vermarkten.

Bundesgesundheitsministerium: http://www.bmgesundheit.de

Deutscher Neurodermitikerbund: http://www.dnb-ev.de

Medizin und Umwelt: http://www.bremen.de/info/oekoaerztebund

Ökotest: http://www.oekotest.de

Umweltmedizin in Forschung und Praxis: http://www.ecomed.de

Zeitung für Umweltmedizin: http://www.umweltmedizin.de

 

Mythos "richtiger Arzt": Zur Problematik von Therapeuten-Empfehlungen

 

Im Umweltgift-Report 11/98 wurde aufgrund des regen Interesses und häufiger Anfragen bzgl. solcher Einrichtungen eine Liste öffentlicher umweltmedizinischer Ambulanzen und Beratungsstellen veröffentlicht.

Einige Betroffene und Ärzte berichteten daraufhin, sie hätten mit den Stellen in der Vergangenheit negative Erfahrungen gemacht und schlugen die Weitergabe von Adressen niedergelassener Ärzte vor.

Hierzu kann die Redaktion folgendes anmerken.

Die Vorbehalte gegenüber öffentlichen umweltmedizinischen Einrichtungen sind durchaus begründet, da sich ein Teil davon im nicht gerade durch Patientenorientierung ausgezeichnet hat und sich auf die klassische, starre arbeitsmedizinische Sichtweise zurückzieht.

Gerade die sogenannte "Erlanger Schule" ist in diesem Rahmen durch Veröffentlichungen in die Kritik geraten, die Patienten als Hypochonder darstellten.

Fairerweise soll jedoch auch erwähnt werden, daß andere Stellen sich intensiv um neue Ansätze und eine patientenorientierte Konzeption bemühen: An den Uni-Kliniken Mainz, Freiburg und Heidelberg wurden beispielsweise solche Projekte ins Leben gerufen.

Trotz verständlicher Bedenken ist es das Recht der Patienten, die Dienstleistungen der Stellen bei umweltmedizinischen Fragestellungen unter vollem Versicherungsschutz in Anspruch zu nehmen.

Da es sich in der Umweltmedizin häufig um politische Themen handelt, sind die Ausrichtungen der Stellen so verschieden wie die öffentlich vertretenen Diskussionsstandpunkte. Daher ist Voraussetzung für jede Diagnostik und Behandlung in diesem Bereich, daß der Patient selbst eine Vorstellung und Vorabinformation hat.

Selbstverständlich ist der Kontakt mit niedergelassenen Umweltmedizinern bzw. fachkundigen Therapeuten für Betroffene ebenso notwendig.

Aufgrund der Uneinheitlichkeit und noch mangelnden Qualitätssicherung in der Umweltmedizin (dies soll nicht bedeuten, daß die Qualitätssicherung in anderen Bereichen grundsätzlich weiterentwickelt wäre) existiert jedoch eine entsprechende bundesweite Liste jedoch nicht einmal annähernd.

Bei Therapeuten-Empfehlungen von Beratungsstellen oder Privatpersonen, ist große Vorsicht geboten, wenn nicht klar ersichtlich ist, warum der Therapeut empfohlen wird.

Es kommt nicht selten vor, daß ein Berater schlicht diejenigen Therapeuten empfiehlt, die seiner Weltanschauung oder Fachrichtung entsprechen oder deren Patient er selbst ist.

Leider ist es bei chronischen Erkrankungen auch keine Ausnahme, daß sich Therapeuten – wie übrigens auch Pharma-Firmen und Labors - einer Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe bedienen, um Patienten zu werben.

Auch Adressenlisten von Therapeuten-Vereinen ("Deutsche Gesellschaft für....") enthalten lediglich die Information, welcher Therapeut beigetreten ist. Bezogen auf die Gründe des Beitritts, Fachlichkeit, Erfahrung, individuelle Schwerpunkte und Patientenorientierung sind die Listen jedoch für Betroffene prinzipiell wertlos.

Obwohl PFAU e. V. seit längerem an einer bundesweiten Liste von umweltmedizinischen Therapeuten arbeitet (auch in diese fließen zwangsläufig auch subjektive Angaben ein), wird es weiterhin für Patienten notwendig sein, mehr als bei anderen Erkrankungen Informationen einzuholen und an der Behandlung mitzuwirken.

Die Patientenrolle könnte in diesem Rahmen folgendermaßen beschrieben werden:

"Es gibt nicht den richtigen Therapeuten, sondern nur den richtigen Patienten."

 

Schwermetall-Bulletin für Interessierte

 

Die ins deutsche übersetzte schwedische Zeitschrift "Schwermetall-Bulletin" wird für Betroffene, Interessierte und Therapeuten unter der Redaktion von Monica Kauppi, Stockholm, herausgegeben und berichtet in informativen Beiträgen über die Amalgam- und Schwermetallproblematik.

Wer sich für die internationale Zeitschrift interessiert, kann sie im Rahmen einer Sammelbestellung für 8,- DM (Überweisung oder in Briefmarken) je Exemplar (inkl. Porto) bei PFAU e. V., Steinstr. 23, 76 133 Karlsruhe, Tel./Fax 0721/386404 bestellen.

Restbestände aus den Jahren 1996 und 1997 können, solange Exemplare vorhanden sind, für 6,- DM in Briefmarken bezogen werden.

 

Bundesinstitut für Arzneimittel geht nach Bonn

 

Das Berliner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM wird seinen Sitz voraussichtlich Anfang Oktober 1999 nach Bonn verlegen. Der Umzug mit allen Mitarbeitern wird jedoch erst Ende 2000 abgeschlossen sein.

Das Bundesinstitut wird im kommenden Jahr im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft unter anderem den Vorsitz von 2 EU-Gremien im Arzneimittelbereich übernehmen und die internationale Konferenz der arzneimittelzulassenden Behörden der WHO-Mitgliedsstaaten ausrichten.

(ATOP, 1/99, 41)

 

 


 

Veranstaltungen

13.-14.03.99

Frankfurt

Schadstoffe in der Umwelt und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit

4. Frankfurter Kolloq. Ökotoxikologie und Umweltmedizin

Info/Anmeldung: Ingenieur Sozietät, Robert-Bosch-Str. 12 a, 63 303 Dreieich, Tel. 06103/371057 u. 93 64 11, Fax 936410

17.03.99

Bonn

Workshop: Sick Building Syndrome III

Info/Anmeldung: Bundesindustrieverband Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik e. V., Weberstr. 33, 53 113 Bonn, Tel. 0228/94917-0, Fax -17

26.-27.03.99

Bad Boll (BW)

Mensch und Umwelt - 2. Nationaler Fachkongreß

Veranstalter/Anmeldung: Ökologischer Förderkreis Main-Tauber e. V., Deutschordenstr. 4-6, 97 990 Weikersheim, Tel. 07934/9906-53, Fax –55

Ort: Hotel Bad Boll, Michael-Hörauf-Weg 2, 73 087 Bad Boll, Tel. 07164/805-0, Fax 12886

09.04. – 11.04.99

Nürnberg

Gesundheitsmesse 1999

Fit & Gesund durch’s Leben

Info: Dr. Kater Marketing GMBH, Tel. 0211/914 56-0

09.04.-11.04.99

Zürs / Arlberg

Integrativseminar zum Thema Schwermetalle, freie Radikale, Detox, Retox

Veranstalter: Institut für ganzheitliche Zahnmedizin, Prim. Dr. E. Weikl

Info/Anmeldung: Dr. E. Weikl, Landhausgasse 2/37, 1010 Wien, Tel./Fax 01/535 92 32

Ort: Hotel Lorünser, Zürs, Tel. +43/5583/2254, Fax +43/5583/2254-44

Kosten: S 11.800,-

10.04.99

Wiesbaden

Methoden der Umweltmedizin

8. Symposium des Arbeitskreises Umweltmedizin des BDI im Rahmen des 105. Kongresses der dt. Ges.für innere Medizin

Info: Prof. H. Schweisfurth, Carl-Thiem-Klinikum, III. med. Klinik, Thiemstr. 111, 03048 Cottbus, Tel. 0355/46 13 22, Fax 46 11 30

23.-25.04.99

Loccum

Umweltkrise und medizinische Wissenschaft

Offenes Akademieforum der evangelischen Akademie Loccum

Info/Anmeldung: H. Schumacher, R. Beeretz, Deutsche Umweltstiftung, Postfach 13 45, 76 713 Germersheim, Tel. 07274/4767, Fax 7 73 02

24.04.99

Bonn

Deutscher Allergie- und Asthmatag

Ort: Beethovenhalle, ab 10:00 Uhr

Info: Deutscher Allergie und Asthma Bund e. V., Tel. 02161/814940

28.04.99

Mannheim

Autoimmunerkrankungen

Neue Ansätze in Diagnostik und Therapie

Info/Anmeldung: Priv.Doz. Dr. B. Rzany, Hautklinik des Klinkums Mannheim, Theodor-Kutzer-Ufer, 68 135 Mannheim, Tel. 0621/ 383 39 84, Fax 3 83 38 15

17.-20.05.99

Wiesbaden

39. Jahrestagung der dt. Ges. für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin

Info: Institut für Hygiene und Arbeitsmedzizin, Hufelandstr. 55, 45 122 Essen, 0201/7234574, Fax 7234546

13.06.99

Stuttgart

Diagnostik und Therapie in der Umweltmedizin

7. Kolloquium der DGUHT e. V.

Info/Anmeldung: DGUHT-Infocenter, Johann-Zahn-Str. 2 a, 97 753 Karlstadt, Tel. 09353/9 99 73, Fax 9 99 75

22.-24.10.

Erlangen

3. Deutschsprachiger Kongreß für praktische Umweltmedizin

Info: Promedico-Verlag, Kattjahren 8, 22 359 Hambrug, Tel. 040/609154, Fax 040/60 91 54-44, eMail: info@promedico.de , Internet: http://www.umweltmedizin.de

 


Beitrittserklärung:

 

 

Hiermit beantrage ich die Mitgliedschaft des Patientenverbandes für Amalgam- und Umweltgiftgeschädigte PFAU e.V., die jederzeit kündbar ist, und erteile hierzu eine Einzugsermächtigung über den Jahresbeitrag von

 

O 50,- DM / O __________ (höherer Betrag) von meinem Konto bei:

 

 

Kreditinstitut: ____________________________________________________________________________

 

BLZ: __________________________________Konto-Nr.:__________________________________

 

 

O Ich überweise den Betrag jährlich (statt Einzugsermächtigung).

 

Mitglieder erhalten automatisch den Umweltgift-Report (4mal jährlich), Einladungen zu Veranstaltungen (auch Mitgliederversammlung) und haben Zugriff auf aktuelle Informationen.

 

 

Adresse:

 

Name:_________________________________ Straße:__________________________________________

 

 

Wohnort:_______________________________ Telefon:_________________________________________

 

 

Datum:__________________________________ Unterschrift:______________________________________

 

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Informationsbestellung

 

 

Hiermit bestelle ich _________ Exemplar(e):

 

 

O Infoheft "Vergiftet durch Amalgam", Neuauflage, 1998, 15,- DM (inkl. Versand)

 

 

O Infomappe Amalgam, Materialsammlung (Studien, Urteile, etc.), Stand: Juni 1998, 30,- DM (inkl.

Versand)

à sehr nützlich für Verfahren mir der Krankenkasse oder vor dem Sozialgericht

 

 

O Umweltgift-Report - Abonnement (1 Jahr), 30,- DM

 

 

Den Betrag von __________ habe ich überwiesen / lege ich bei.

 

 

Name: ____________________________________ An:

 

Straße: ____________________________________ PFAU e.V.

Steinstr. 23

Wohnort: ____________________________________ 76133 Karlsruhe

Tel./Fax. 0721/386404

 

Datum:______________Unterschrift:_____________________________

 

 

Bankverbindung: Sparkasse Karlsruhe, BLZ 660 501 01, Konto-Nr. 10 24 22 87

 

 


Impressum

 

Herausgeber/Redaktion: Christian Zehenter

Patientenverband für Amalgam- und Umweltgiftgeschädigte: PFAU e. V., Steinstr. 23, 76133 Karlsruhe, Tel./Fax. 0721/386404, eMail: pfau-ev@gmx.de

MitarbeiterInnen: Bernd Giacomelli, Peter Kaufmann, Sabine Kischka, Susanne Löbel, Michael Steinle Marianne Wetzstein

Autoren dieser Ausgabe:

  • Bernd Giacomelli, PFAU e. V., Steinstr. 23 , 76133 Karlsruhe
  • Dr. Tino Merz , Systemische Ökologie, Frankenstr. 12, 97 292 Wüstenzell
  • Thorsten W., Patientenbericht
  • Christian Zehenter, PFAU e. V., Steinstr. 23, 76133 Karlsruhe, Tel./Fax. 0721/386404

Mit Namen gekennzeichnete Artikel entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion.

Jahresmitgliedsbeitrag: 50,- DM (Rundbrief wird automatisch zugeschickt)

Umweltgift-Report-Abonnement: 30,- DM jährlich

Erscheinungsweise: vierteljährlich, Einzelpreis : 5,- DM

Gedruckt auf schadstoffarmem Recyclingpapier.

Bankverbindung:

PFAU e. V., Sparkasse Karlsruhe, BLZ 660 501 01,

Konto-Nr. 10 24 22 87

Spenden und Beiträge sind steuerabzugsfähig.

Beitritte und Abonnements sind jederzeit kündbar.

Info-Abend: Jeden 2. Mittwoch des Monats, 20:00 Uhr, Steinstr. 23, 76133 Karlsruhe

Telefonische Information unter 0721/386404

Bürozeiten: Montag, Mittwoch, Freitag, 16:00-18:00 Uhr

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